Ich muss zugeben, nach dem die Baude verkauft war, ist es uns sehr leicht gefallen alle anderen materiellen Dinge hinter uns zu lassen. Glücklicherweise haben wir uns in den letzten Jahren gar nicht so viel Zeug angeschafft. Die größte Anschaffung war ein bequemes Sofa – für mich wohl der Inbegriff von Sesshaftigkeit! Das und ein paar weitere Lieblings- und Erbstücke galt es nun im Freundes- und Familienumfeld zu verteilen. Anderes haben wir verschenkt oder verkauft, und manches sogar weggeschmissen. Jonas‘ heiliges Werkzeug fand Platz bei guten Freunden und wartet dort auf den nächsten Einsatz.
Und was ist mit dem Land Rover?



Nein, wir haben ihn nicht verkauft. Allerdings ist er mit den Jahren undicht geworden und so musste der Innenausbau raus. Diesen haben wir tatsächlich einfach verbrannt. Unsere geliebte Rakete nach den vielen gemeinsamen Jahren wegzugeben haben wir aber einfach nicht übers Herz gebracht. Denn wir sind uns sicher, dass wir den Landy irgendwann wieder zu neuen Abenteuern ausführen werden. Doch das muss erstmal warten. Denn für eine Weile brauchen wir Abstand von großen Baustellen und zu herausfordernden Zielen – und beides wäre nötig, um die Kiste wieder Reisetauglich zu machen.
Unser einstiges Abenteuermobil wurde quasi zum Maßstab für unser Downgrading, denn nur so viel Zeug wie dort hineinpasst durften/wollten wir behalten. Den letzten persönlichen Kram, Dokumente und Sentimentales haben wir in Kartons verpackt, und diese Kartons wiederum in den Koffer unseres alten Land Rover gesteckt, als wäre er ein Lagerraum. Das Komplettpaket kam dann in eine trockene Halle.
Rückkehr zum Altbekannten
Dieser Teil des Neuanfangs ging somit einfach von der Hand. Denn für uns ist es eine Rückkehr zum Altbekannten, auch wenn sich mittlerweile das Reisemittel verändert hat. Wir wissen ja bereits wie es ist unterwegs zu sein ohne ein festes Zuhause und ohne Enddatum. Das liegt daran – und einige der hier anwesenden werden unseren „Werdegang“ kennen – dass wir bereits viele Jahre unterwegs waren.

Um alle anderen abzuholen: Zwischen 2014 und 2018 haben wir mit unserem Land Rover Defender eine Overlandreise unternommen, indem wir von Deutschland über Südostasien bis nach Australien gefahren sind. Dann hat uns etwas dazu bewegt, das Vagabundendasein wieder an den Nagel zu hängen. Was es war? Das kannst du bald in meinem Buch mit dem Titel Das Weite suchen nachlesen.
Ja genau, ich habe ein Buch geschrieben. Am 15. April 2026 ist das geplante Erscheinungsdatum. Und ich bin deswegen ganz schön aufgeregt! Das aber wiederum ist der einzige Termin, den wir auf dem Schirm haben. Ansonsten wissen wir nicht, was als nächstes passiert.
In diesem Sinne ist dieser Blog ebenfalls einen Neuanfang. Ich möchte offen sein, damit will ich natürlich auf mein Buch aufmerksam machen. Gleichzeitig liebe ich es zu schreiben, und auch das habe ich bereits während unserer vierjährigen Overlandreise getan. Also warum nicht jetzt, da wir doch wieder losgezogen sind, damit wieder anfangen? Da unser alter Blog wegen einer technischen Panne irgendwann offline ging, muss ich allerdings alles von vorne aufrollen. Ich denke jedoch es lohnt sich, bei allem was wir so vorhaben.
Doch was genau planen wir eigentlich?
Bis auf die Buchveröffentlichung haben wir zunächst keine konkreten Pläne oder Ziele. Denn das was wir gerade suchen, ist das Gefühl von Leichtigkeit. Ein Gefühl, das uns in den letzten Jahren komplett verloren ging. Doch seitdem unsere Verantwortung erneut nur noch von der Stoßstange bis zum Heck unseres Campers reich, fühlt sich alles bereits viel leichter an.



So sind wir zunächst einfach durch Deutschland getourt, bis uns die fallenden Temperaturen vor dem nahenden Winter warnten. Im Oktober ging es dann schnurstracks Richtung Süden. Wir haben uns spontan fürs Überwintern in Griechenland entschieden. Derzeit tingeln wir durch Peleponnes und lassen es uns einfach gut gehen. Und dabei tauchen immer mal wieder verrückte Ideen für unser nächstes Lebensabenteuer auf.
Zum Beispiel könnten wir uns vorstellen, in naher Zukunft vom Camper auf ein Segelboot umzusteigen, um damit (erstmal) alle europäischen Küsten abzusegeln. Oder tauschen wir doch noch unseren Van mit einem Allradfahrzeug, um damit durch Südamerika oder Afrika zu reisen? Denn eher früher als später wird uns das Camperleben in Europa zu langweilig. Und spätestens dann dürfen aus Ideen Pläne werden. Auch auf diese neuen Anfänge, die vor uns liegen, freuen wir uns schon. Bis dahin lassen wir es aber langsam angehen, haben ja keine Eile.



Ansonsten fühlen wir uns als blickten wir gerade auf eine leere Seite eines unbeschriebenen Buches. Was wird als nächstes kommen, welche neuen Geschichten wird es enthalten? Wir wissen es nicht, doch das beängstigt uns nicht, sondern im Gegenteil. Auf genau diesen Zustand haben wir hingearbeitet. Nun sind wir wieder offen für alle Möglichkeiten, die uns ab sofort wie unverhofft zufallen dürfen. Also schreiben wir erstmal nur ein einziges Wort in unser Buch: Freiheit!
Wir sind wieder unterwegs! Der Rest kommt von alleine.