Bald in Australien – und dann?

Nun ist es tatsächlich soweit! Also fast. Dass es buchstäblich bald passiert, können wir selbst noch kaum fassen. Aber wartet ab, in ca. zwei Monaten werden wir tatsächlich einen neuen Kontinent betreten: Australien! Gerade buchen wir Flugtickets nach Brisbane für die erste Novemberwoche, wohin unser geliebter Land Rover in ebenso absehbarer Zeit über den Seeweg geschickt wird.

Der organisatorische Prozess diesbezüglich läuft jedenfalls auf Hochtouren und in diesem Zuge haben wir uns natürlich Gedanken gemacht, was wir da so machen wollen. Denn Australien ist groß – sehr groß!

Australien ist so groß, das die Einwohnerzahl von 23,13 Millionen sich auf 2,5 Einwohner pro Quadratkilometer verteilt. Da sich die Meisten jedoch in den Küstengegenden ansiedeln, zählt man im Outback sogar andersrum: die Quadratkilometer pro Einwohner. Australien ist so groß, dass in den 50er Jahren Atombomben-Tests in der Wüste durchgeführt wurden (aber das nur so am Rande), und keiner hat‘s gemerkt.

Jedenfalls ist Australien größer, als man zunächst denkt. Für unsere Routenplanung sind insbesondere folgende Dinge relevant: Australien ist so groß, dass selbst die Küstenlinie beinahe doppelt so viele Kilometer umfasst, wie die Luftlinie von Deutschland nach Australien. Mit anderen Worten: Wenn wir alle Strände von Australien sehen wollen würden und uns dabei jeden Tag einen neuen vornehmen, würden wir mehr als 27 Jahre dafür benötigen.

Nun ja, wir haben zunächst ein Jahr mit unserem Work&Travel-Visa genehmigt bekommen – mal sehen, was wir in dieser Zeit schaffen. Alles werden wir, realistisch betrachtet, nicht sehen können. Also geht es hierbei um Entscheidungen.

Und unsere Entscheidungen lauten derzeit wie folgt:

  • Brisbane markiert den Start unseres Australien-Abenteuers.
  • Von da aus geht es voraussichtlich kurz etwas nördlich zum Frasers Island, wo wir uns an das Australische Camper-Leben gewöhnen wollen.
  • Danach fahren wir weiter in den Süden, wobei wir vermutlich einige Nationalparks mitnehmen.
  • Die Weihnachts- und Neujahrstage werden wir wohl im Südosten des Landes verbringen.
  • Zu Beginn des Jahres 2017 geht es mit der Fähre für 1-2 Monate nach Tasmanien.
  • Sobald sich der australische Sommer dem Ende neigt, würden wir wahrscheinlich gerne im Outback einige Offroad-Pisten abfahren und den berühmten Ayers Rock anschauen. Deswegen geht die Fahrt weiter gen Nord-Westen.
  • Alle „Pläne“ von da an sind nur noch schwammig. Ein großer Wunsch von unserer Seite ist natürlich, die große Runde über die West- und Nord-Küste zu vollenden. Wie es aber letztendlich laufen wird, wagen wir uns nicht auszumalen.

Was wir sonst über Australien wissen und was es für uns bedeutet:

  • In Australien ist alles umgekehrt, da auf der anderen Seite des Äquators: Im Winter ist es Sommer; je weiter man in den Süden kommt, desto kälter wird es. Die Jahreszeiten, die es im Gegensatz zu den Südostasiatischen Ländern tatsächlich gibt, spielen eine große Rolle bei der Routenplanung.
  • Australien ist sack-teuer. Kein einziges Mal werden wir uns ein Zimmerchen mit Meeresblick leisten können, wie von Asien gewohnt. Selbst die Camping-Plätze sind teurer, als ein gehobenes Hotelzimmer in Bali. Kein Essen im Restaurant mehr, keine unbedachten Käufe. Wir werden immer im Auto schlafen und selber kochen – und das freut uns, denn eigentlich haben wir unsere Reise genau so konzipiert. Für uns bedeutet Australien quasi „Back to Basics“.
  • Mit dem Work&Travel-Visa dürfen und wollen wir in Australien arbeiten, nur wissen wir nicht im Geringsten wann und wo es passieren wird. Und schon gar nicht was.
  • Wie wir unserer bisherigen Arbeit als Digitale Nomaden in Australien nachgehen können, wird sich in den ersten Monaten noch herausstellen müssen.
  • In Australien kosten Zigaretten 30 Dollar pro Schachtel. Wenn wir so weiter rauchen, wie bisher, würden wir fast das Doppelte unseres Monats-Budgets nur fürs Rauchen ausgeben. Die einzige Lösung heißt: Aufhören! *schluck*
  • Da Australien ein Insel-Kontinent ist, werden wir unser Auto von dort wieder verschiffen müssen. Wohin? Das ist eine gute Frage, die wir uns wohl öfter im weiteren Reiseverlauf stellen werden.

Außerdem gilt es zu bedenken: Es kommt erstens anders und zweitens als man denkt. Die Überraschungen des Reiselebens darf man sich auch nicht nehmen lassen. Wir sind offen dafür, all unsere Pläne jederzeit umzuwerfen, wenn es erforderlich ist.

Nur eines steht fest: Australien wird nicht einfach nur ein neues Kapitel innerhalb unserer Reise sein, es wird ein neues Buch!

Neues Land, neues Glück und eine neue Art zu reisen – wir freuen uns!