Stromversorgung

An der Welt der Physik konnte ich mich schon immer erfreuen, jedoch hatte ich einfach viel zu lange nichts mehr mit den Grundlagen der Elektrotechnik am Hut. Fahrzeugelektrik ist diesbezüglich ein sehr schöner und leichter Widereinstieg und ich möchte jedem empfehlen, die Bastelei im eigenen Overland-Fahrzeug selbst vorzunehmen.

Ich unterscheide nachfolgend zwei verschiedene Zwecke:

  • Fahrzeugelektrik: Alles, was mit dem Fahrzeug in Verbindung steht (Scheinwerfer, Blinker uns sonstige Glühlampen; Anlasser; Scheibenwischer; Da hört es fast auch schon auf, bei euch mag da mehr dran hängen, z.B. das Auto-Radio, Klimaanlage, beheizte Scheiben, etc.)
  • Wohnungselektrik: Die gesamte Elektrik des Aufbaus (Licht; 12 V-Steckdosen; Wechselrichter; usw.)

Der grundlegende Aufbau in unserem Fahrzeug sieht wie folgt aus:

Speicher

Drei ~90 AH Blei-Säure-Batterien: Eine Starterbatterie und zwei Flooded Deep-Cycle Marine Batterien von Deka; Letztere scheinen nicht ganz so empfindlich bzgl. tieferer Entladung zu sein, denn die nassen Starterbatterien sollten im Optimalfall nicht unter 20 bis max. 30% ihrer Kapazität entladen werden

Zwei separate Stromkreise

Fahrzeugelektrik <> Wohnungselektrik; Die zwei Marine-Batterien zur Versorgung unserer Wohnung laufen in Parallelschaltung

Speisung

Zwei Lichtmaschinen, jeweils eine für jeden Stromkreis; Zusätzlich ein Solar-Panel á 100 WP für die Wohnungselektrik

Anmerkungen zum Aufbau

Wir sind zunächst mit zwei Batterien gestartet, jeweils eine für jeden Stromkreis, jedoch haben wir die Batterie für die Wohnungselektrik so stark beansprucht, dass diese zunehmend an Kapazität verlor. Als die Batterie dann endgültig aufgegeben hat, wollte ich etwas mehr Puffer für längere Standzeiten mit schlechteren Sonnenverhältnissen oder sehr hohe Beanspruchung auf kurze Zeit (z.B. einen ganzen Tag am Laptop arbeiten). Um die Kapazität bei gleichbleibender Spannung zu erhöhen, betreiben wir die Deep-Cycle Marine Batterien in Parallelschaltung und sollten nun mit gutem Gewissen ca. 50% (von 180 AH ~= 90 AH) unserer Gesamtkapazität im Wohnbereich entnehmen können, ohne Kapazitätsverluste der Batterien befürchten zu müssen.

In der Wohnungselektrik habe ich außerdem zwei Voltmeter verbaut (siehe Zeichnung), eines zur Kontrolle der Ladespannung und das Zweite für die Spannung im Verbraucherkreis. So haben wir immer einen guten Überblick, wie es stromtechnisch um uns steht.

Zur Absicherung der einzelnen Verbraucher in der Wohnungselektrik habe ich einen Sicherungskasten mit Flachsicherungen verbaut. Dies würde ich in Zukunft definitiv ändern und versuchen, einen ordentlichen Sicherungsautomaten zu finden, da uns die Stecksicherungen mit der unglaublichen Luftfeuchtigkeit in Südostasien am laufenden Band korrodieren, sodass da ganz schnell nichts mehr durchfließt. Ob das mit einem Sicherungsautomaten gelöst wäre kann ich natürlich nur hoffen. Jedoch würde ich an dieser Stelle versuchen, eine robustere Lösung zu finden.

Über zwei starke Schalter im Fahrerhaus können wahlweise die Starterbatterie oder aber die Batterien der Wohnungselektrik zum Starten des Motors verwendet werden, sodass wir uns im Fall der Fälle „selbst überbrücken können“.