Navigation

Das Ende des Landweges – Hallo und Tschüss, Malaysia.

Malaysia

Asien 2014-2016

Das Flugzeug landet mit dem Einbruch der Dunkelheit in Kuala Lumpur. Wir atmen die heiße stickige Luft ein und zelebrieren den Tausch unserer Winterschuhe gegen Flipflops wie ein Ritual. In der Kantine finden wir einen Obststand – die eisgekühlte Kokosnuss lässt uns endgültig realisieren, dass wir wieder da sind: Hallo Malaysia! Es ist spät, also nehmen wir uns für eine Nacht ein Zimmer nicht weit vom Flughafen. Am nächsten Tag geht es mit dem Bus nach Melakka – wir hoffen unser Land Rover ist uns nicht böse, dass er fünf Wochen lang im Garten eines Guesthouses ganz alleine auf uns warten musste.

Wir sind unglaublich erschöpft und überwältigt von den vielen Eindrücken, die während des Deutschland-Urlaubs auf uns eingeprasselt sind. Bisher hatten wir keine Gelegenheit irgendetwas auch nur ansatzweise zu verarbeiten. Doch dafür haben wir nun ausreichend Zeit, im Apa Kaba Homestay ist bereits ein Zimmer für die kommende Woche reserviert. Hier wollen wir uns entspannen, unsere Wintersachen verstauen und unser rollendes Zuhause wieder auf Vordermann bringen. Wir passieren das Tor zu Apa Kaba‘s Garten und da steht er, ganz unversehrt, genauso wie wir ihn zurückgelassen haben, erwartet uns schon.

Melakka

Nachdem wir den Defender liebevoll gestreichelt und unser Zimmer bezogen haben, stürzen wir uns gleich ins kalte Wasser – wir gehen auf den Nachtmarkt, welcher sich am Wochenende in der Altstadt ausbreitet. Es ist alles wieder da: die Gerüche der unzähligen Streetfood-Stände, die für Asien typischen, geordneten und zugleich chaotischen Menschenmassen und die unbrauchbaren Souvenirs, die es mehr oder weniger in gleicher Art in ganz Südostasien zu erwerben gibt, selbstverständlich Made in China. Schon eigenartig, dass wir vorgestern noch durch Frankfurts Innenstadt geschlendert und nun plötzlich von ohrenbetäubender chinesischer Musik umringt sind. Komischerweise hat sich Frankfurt viel unrealer angefüllt, als dieser volle laute Nachtmarkt. Wir sind zuhause.

Melakka ist eine Küstenstadt und Namensgeberin der Meerenge zwischen der Malaysischen Halbinsel und der Insel Sumatra, der „Straße von Melakka“, welche ihre Berühmtheit als zwingende Passage für Handelsschiffe zwischen Indien und China erlangte. In ihrer langen Geschichte wurde Melakka von Portugiesen, Holländern und zuletzt den Briten besetzt, die allesamt ihre Fingerabdrücke in der architektonischen Gestaltung der Kernstadt hinterließen. Neben Georgetown steht auch sie auf der Liste des UNESCO Kulturerbes Malaysias. Zwar genießen wir es sehr, durch die malerischen Gassen zu schlendern, müssen jedoch unweigerlich einen Vergleich zu Georgetown anstellen. Eigentlich unfair gegenüber der schönen Stadt, doch wir sehen zu viele Parallelen zu unserem Lieblingsort in Malaysia, welcher uns eindrücklich in Erinnerung geblieben ist.

Wir lassen es langsam angehen, denn wir müssen uns zunächst wieder an die Hitze gewöhnen und haben außerdem mit dem Jetlag zu kämpfen. Deswegen verbringen wir die meiste Zeit in dem ruhigen Garten des familiengeführten Apa Kaba Homestay. Dabei haben wir die Gelegenheit die feine Familie kennen zu lernen. Das Ehepaar ist ein Paradebeispiel dafür, wie multikulturelle Beziehungen in Malaysia funktionieren können. Kenni, der Besitzer, ist chinesischer Abstammung, seine Frau Linda eine Muslimin. Die Kinder wachsen in beiden Kulturkreisen auf, so wird Toleranz und gegenseitiger Respekt großgeschrieben. In der kurzen Zeit, die wir gemeinsam verbringen, vertiefen wir uns des Öfteren in Gespräche über Reisen, Politik und Diversität der Kulturen und fühlen uns schnell als ein Teil der Familie.

Das Chinesische Neujahr

Seit Tagen schon wird an allen Ecken geböllert. Das Chinesische Neujahr steht bevor und offenbar versuchen sich alle gegenseitig in der Feuerwerks-Kunst zu übertreffen. Das Fest scheint eine Mischung aus unserem Weihnachten und Silvester zu sein, also ein ganz besonderes Datum. Aus diesem feierlichen Anlass sind wir zu Kennis Familie in das Haus seiner Eltern eingeladen. Die traditionelle chinesische Speise an diesem Abend ist das sogenannte „Steamboat“: ein großer Topf, in welchem verschiedenes Gemüse, Fisch, Fleisch oder Tofu frisch gekocht werden. Dazu gibt es selbst gemachte Soßen und Dips – Lecker! Wir sind überwältigt von so viel Gastfreundschaft, denn die Atmosphäre ist alles andere als verkrampft. Wir unterhalten uns angeregt, lachen viel und schlagen uns die Bäuche voll. So wie zuhause eben. Der „weihnachtliche“ Teil des Chinesischen Neujahres ist hiermit aber auch schon zu Ende.

Weiter geht es mit der silvestermäßigen Feierei. Noch am selben Abend nimmt uns Kenni zu einem Fest mit, welches von einem seiner engsten Freunde organisiert wurde. Irgendwie haben wir mit einer kleinen „Hausparty“ gerechnet, doch als wir die feierlich geschmückte Pavillon-Landschaft vorfinden, sind wir doch etwas überrascht. Ein ganzes Schwein (richtig, kein Ferkel!) wurde vor einer riesigen Tafel aufgetischt, das Wohnzimmer ist zu einem Gemeinschaftskino umfunktioniert worden, an zwei Tischen wird Poker gezockt und das Bier fließt in Strömen.

Wir setzen uns an einen Tisch mit anderen Ausländern und unterhalten uns stundenlang über das Leben in Malaysia. Um 12 Uhr Nachts erwarten wir ein riesen Feuerwerk, doch nichts zu sehen – lediglich irgendwo im Hintergrund der Stadt hören wir Raketen pfeifen. Wir wundern uns. Nach einer Stunde ist das Getöse in Melakkas Umland vorbei und wir haben bereits damit abgeschlossen, heute Nacht ein Feuerwerk zu erleben, doch dann…

Wie bereits erwähnt, haben wir die ganze Zeit das Gefühl gehabt, es handelt sich bei dem Feuerwerk der Chinesischen Bevölkerung um eine Art unausgesprochenen Wettbewerb. Die Veranstalter der Neujahrsparty, zu welcher wir eingeladen sind, haben mit purer Absicht die „offizielle“ Böllerzeit verpasst, denn sie wollen jetzt so richtig für Nachschlag sorgen. Eine Gruppe läuft mit Räucherstäbchen umher und segnet das Haus, an jeder Ecke wird eine Knaller-Säule angezündet, auch im Inneren des Hauses werden mit ohrenbetäubenden Explosionen die bösen Geister ausgetrieben. Ok, wir haben den Gewinner – denken wir uns. Doch anscheinend ist der Krieg noch nicht vorbei.

Nun werden die Raketenbatterien ausgepackt. Über 20 Minuten ballert es in voller Lautstärke, selbst der stärkste Polenböller wäre auf dieser Party ein absoluter Versager. Wir nehmen die Hände von den Ohren, kehren zurück zu unserem Tisch mit einem neuen Bier in der Hand. Genau in dieser Minute folgt ein letzter Knaller: irgendjemand hat die stärkste Batterie für den Schluss aufgehoben, aus dem Augenwinkel sehen wir, wie das ganze Ding (recht ungewöhnlich) 3-4 Meter in einer tiefschwarzen Rauchsäule hoch in die Luft steigt. Plötzlich fliegen alle Raketen mit einem großen Knall quer durch die Zelte, um die Tische, zwischen den Menschen, landen auf dem Rasen und hinterlassen Brandherde auf dem ganzen Gelände, Autoalarme werden ausgelöst. Wir sehen Blut am Arm des Idioten runterlaufen, der das Ding unglücklicherweise falsch herum angezündet hat (aus Absicht oder Dummheit?). Ansonsten ist keinem etwas passiert. Gott sei Dank!

Drei Tage lang wird das Chinesische Neujahr gefeiert. Es folgen ein Tag der offenen Tür und ein unterhaltsamer Abend mit Kennis alten Schulfreunden. Wir begrüßen das Jahr des Affen, ein Jahr in dem alles passieren kann. Nach dem chinesischen Horoskop setzt der Einfluss des Affen alles in Bewegung. Passend dazu haben wir einiges auf dem Programm in diesem neuen Jahr. Mal sehen wie viel Glück der Affe für unsere Pläne bringt. Ab jetzt wird es spannend, das steht fest.

Organisation ist alles

Der ein oder andere mag es schon mitgekriegt haben, für alle anderen an dieser Stelle nun offiziell: wir haben eine Container-Verschiffung unseres Fahrzeugs nach Indonesien geplant. Am 9. März soll es soweit sein. Um uns die Kosten zu teilen, werden wir den Container mit fünf weiteren Motorrädern teilen. Zwei davon gehören Laura und Chris, die gerade einen Houssitting-Job in Kuala Lumpur haben. Dort fahren wir auch hin, doch zuvor müssen wir uns um unseren Job als Organisatoren der Verschiffung kümmern und flitzen deshalb kurz nach Port Klang, um die Verschiffungsagentur zu treffen.

Port Klang ist ein ziemlicher Moloch und wir sind froh, dort schnell wieder weg zu sein. Angekommen in dem Haus von Laura und Chris (diesmal leider ohne Pool) tragen wir erstmal die brandheißen Neuigkeiten vor, die wir bei der Agentur in Erfahrung gebracht haben: Treffpunkt, Ablauf und Anforderungen sind nun bekannt, jedoch noch immer nicht die Kosten auf indonesischer Seite. Das wird später zu einer großen Überraschung führen, aber das wissen wir noch nicht.

Noch einige organisatorische Dinge sind zu klären: It‘s Visa-Time! Gemeinsam gehen wir alle Visaoptionen für Indonesien durch, was sich als recht kompliziert herausstellt. Wir haben vor, so lange wie möglich in Indonesien zu bleiben, denn die Strecke von Sumatra über Java nach Bali, von wo wir letztendlich nach Australien verschiffen wollen – nun ja, es zieht sich. Erst Anfang September wollen wir den Inselstaat wieder verlassen, was rein rechnerisch ein halbes Jahr ergibt. Tatsächlich existiert solch ein Visum, jedoch ist dies mit erheblichen Kosten und einer monatlichen Konfrontation mit Immigrations-Behörden verbunden, was wir tunlichst vermeiden wollen. Es scheint, als müssten wir über einen Visa-Run während unseres Aufenthalts nachdenken. Glücklicherweise sind die Flüge von AirAsia spottbillig, obendrein könnten wir dabei auch noch ein Land besuchen, das wir mit dem Auto nur schwer erreichen würden.

Außerdem beantragen wir endlich ein „Work and Travel Visa“ für Australien. Da hierfür ein Gesundheitstest erforderlich ist, ist Malaysia mit einem hervorragenden medizinischen Standard bei geringen Kosten die beste Option. Jedenfalls wälzen wir zum ersten Mal seit langem ständig den Termin-Kalender, unsere Reise wirkt gerade ernsthaft organisiert – mal was anderes.

Taman Negara Nationalpark

Da wir vier freie Tage in dem Kalendermonat Februar erspäht haben, beschließen wir die Visa-Angelegenheiten etwas nach hinten zu verschieben, um noch etwas von Malaysia zu sehen. Danach ist nämlich wieder Arbeiten für Jonas angesagt. Übers Wochenende fahren wir in den Taman Negara Nationalpark, wo wir durch den ältesten Dschungel der Erde wandern wollen. Anscheinend sind die Waldgebiete des Dschungels rund 130 Millionen Jahre alt, was darin begründet ist, dass die klimatischen Verhältnisse auf der malaysischen Halbinsel recht stabil geblieben sind, während sich überall auf der Welt Flora und Fauna durch Eiszeiten, Klimaschwankungen und Veränderungen des Meeresspiegels umgestaltet haben. Im Regenwald, welcher heute durch den Status des Nationalparks geschützt ist, konnten sich dagegen Tiere und Pflanzen ohne größere Störungen entwickeln – ein beeindruckender Gedanke.

Auf dem Weg zum Taman Negara stirbt erneut eine Auto-Batterie, weshalb wir eine längere Zeit auf einer Tankstelle verbringen. Es ist bereits Dunkel als wir in das kleine Örtchen am Eingang zum Nationalpark einfahren. Wir finden ein günstiges Zimmer mit Parkmöglichkeit, um am nächsten Tag der Ursache für das Batteriesterben in unserem Landy auf den Grund zu gehen. Nachdem ein erheblicher Kriechstrom zwar gefunden, jedoch nicht lokalisiert werden konnte, setzen wir mit einem Boot zu dem Headquater über, um eine passende Route für eine Tageswanderung zu finden.

Früh am Morgen stapfen wir los, der Wanderweg ist gut ausgeschildert. Dennoch verlaufen wir uns etwas, was unsere Wanderung jedoch noch schöner macht. Dank des GPS im Smartphone finden wir uns gut zurecht und genießen den Dschungel in vollen Zügen. Zwar sind wir keine Botaniker und würden eigentlich nicht so viel Unterschied zu irgendeinem anderen Dschungel feststellen, aber das Wissen um sein beeindruckendes Alter macht ihn wirklich zu etwas Besonderem.

Eine weitere, nicht so schöne Besonderheit verbirgt sich im feuchten Waldboden: Taman Negara ist voller Blutegel! Nach jedem durchquerten Bachlauf müssen wir mindesten ein Dutzend von den hartnäckigen Blutsaugern abstreifen, unentdeckt gelangen sie trotzdem an einige Körperstellen. Zum Glück injizieren Blutegel ein Schmerzmittel in ihre Opfer und fallen unbemerkt ab, sobald sie sich satt getrunken haben. Am Ende findet man lediglich etwas Blut unter der Achsel.

Am nächsten Morgen werden wir von einem Pärchen Nashornvögel verabschiedet. Wir freuen uns darüber, so ein schönes Fleckchen Natur gesehen zu haben, trotz unangenehmer Begleiter. Auf dem Rückweg sehen wir alles, was wir bei der Anfahrt in der Dunkelheit verpasst haben: der schöne Nationalpark scheint eine harte Grenze zu haben, gleich hinter dem Dorf wird großflächig abgeholzt. Riesige Wurzeln von denselben Bäumen, die wir eben noch im Urwald bestaunen durften, ragen aus dem gerodeten Boden. Sie müssen wohl noch mit einem schweren Gerät entfernt werden, denn daneben stehen bereits Setzlinge für neue Palmölplantagen. Das sitzt tief.

Viel Arbeit, unerwartete Treffen und der ganze Visa-Kram

Jonas hat ein gut bezahltes Job-Angebot bekommen, wir benötigen mal wieder einen Ort mit guter Internetverbindung. Warum also lange suchen, wenn Cyberyaja nicht weit ist. Dort haben wir bereits gute Arbeitstage verbracht, dort fahren wir auch jetzt hin. Die meisten Tage verlaufen identisch, wir speisen syrische Leckereien und machen ansonsten nicht viel mehr außer arbeiten, Berichte schreiben und Diverses organisieren. An anderen Tagen wiederum gibt es Treffen mit anderen Reisenden. Eines Abends kommen Coco und Olli, zwei Biker aus Deutschland, zu Besuch. Schon lange waren wir mit den Beiden in E-Mail-Kontakt, doch ein Treffen hat sich nie ergeben. Wir erzählen uns bis in die frühen Morgenstunden Geschichten aus dem Overlander-Leben und müssen unsere Stimmbänder dementsprechend mit viel Chang-Bier schmieren.

Einige Tage später kommen Laura und Chris übers Wochenende in unser Container-Hotel. Zusammen feiern wir Chris Geburtstag in einem erlesenen McDonalds-Restaurant, ergattern Käsekuchen vom Starbucks und trinken zur Feier des Tages eine Flasche chilenischen Wein. Mal wieder ein gelungener Abend und eine wunderschöne Zeit mit unseren guten Freunden. Übrigens haben sie eine schlechte Nachricht bezüglich unseres Indonesien-Visums mitgebracht: Um das 2(+1)-Monats-Visum zu bekommen, müssen wir den ganzen Weg zurück nach Penang fahren, denn in Kuala Lumpur wird nur das Ein-Monats-Visum ausgestellt.

Was soll‘s, dann buchen wir uns eben alle zusammen wieder im Hotel Nobel ein. Eigentlich eine Freude wieder durch die belebten Gässchen zu schlendern und unsere Lieblingsrestaurants zu besuchen. Gleich am ersten Abend treffen wir unerwartet Peter, der mit uns nach Sumatra verschiffen wird. Ansonsten ergattern wir unsere Indonesien Visa samt bemerkenswerten Passfotos und absolvieren den erforderlichen Gesundheitstest für das Australische Visum, welches noch am selben Tag bewilligt wird. Check! Erneut bleiben wir eine ganze Woche in unserer Lieblingsstadt Georgetown.

Wie Verschifft man nach Indonesien

Unsere letzte Station in Malaysia ist Port Klang. Für eine letzte Woche quartieren wir uns im Talents Motor Park Hotel ein. Darren, der Besitzer der Anlage, scheint begeistert von unserem Reisekonzept zu sein. Er nimmt uns einige Male zum Essen mit, um uns die lokalen Spezialitäten zu zeigen und ist darüber hinaus sehr bemüht, unseren Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Außerdem ist er uns über die gesamte Zeit eine große Hilfe bei allen Belangen bezüglich unserer Verschiffung. Ohne Darren wären wir wohl so manches Mal aufgeschmissen gewesen. Danke dir!

Ach ja, die Verschiffung. Eigentlich haben wir zunächst gedacht, das Thema an dieser Stelle kurz zu erläutern, doch nachdem sich herausstellt, wie kompliziert die ganze Geschichte tatsächlich ist, müssen wir dieser anstrengenden Prozedur wohl oder übel einen eigenen Bericht widmen. Über unsere Verschiffungs-Odyssee kannst du also hier nachlesen: Fahrzeugverschiffung von Port Klang nach Belawan. Eins sei jedoch gesagt: Unsere Verschiffungstruppe ist der volle Wahnsinn! Fast hätten wir uns „swampy asscrack mermaids“ T-Shirts drucken lassen. Vielleicht hätten wir es ja machen sollen, dann hätte wohl keiner den Mumm gehabt, uns auch nur ansatzweise zu verarschen.

Während wir unsere Fahrzeuge bereits in den Container verladen haben, bleibt uns also nichts anderes übrig, als qualvoll die Erfahrung eines Backpackers zu machen. Ernsthaft, was machen denn die ganzen Leute ohne fahrbaren Untersatz? Uns nervt es jedenfalls gewaltig auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen zu sein – oder noch schlimmer – zu laufen. In der Zwischenzeit nutzt Jonas jede freie Minute zum Arbeiten, denn in Indonesien wollen wir erstmal wieder richtig reisen.

Am vorletzten Tag erhalten wir das legendäre „Bill of Lading“. Dieses wertvolle Dokument weist uns als Besitzer des Container-Inhaltes aus, mal sehen also, wie es „drüben“ so klappt. Das Schiff müsste den Hafen inzwischen verlassen haben. Wir wenden unsere letzten Malaysischen Ringit dafür auf, um Tickets für die Fähre nach Sumatra zu kaufen.

Auf Wiedersehn, Malaysia.

Das war’s also, der Landweg ist hiermit zu Ende. Und Malaysia als die letzte Station, die wir über Land anfahren konnten, hat uns in all seiner Gastfreundlichkeit über vier Monate lang beherbergt. Und genau das ist hängen geblieben: Vielleicht haben wir nicht die schönsten Strände gesehen, keine besonderen Entdeckungen gemacht, nicht die abenteuerlichsten Dinge erleben können, doch die Menschen in Malaysia waren ein absolutes Highlight für uns.

In diesem Land hatten wir die tiefgehenden Gespräche, die hilfsbereitesten Gastgeber, die unglaublich herzlichsten und offensten Begrüßungen und Abschiede in Südostasien. Hier haben wir Freunde gefunden. Und obwohl wir wissen, dass auch dieses Land so einige Probleme in Bereichen wie Politik, Umwelt und Sozialem aufweist, werden wir Malaysia mit den besten Eindrücken verlassen und jede einzelne Begegnung in Erinnerung behalten.

Zum Abschluss dürfen wir eine partielle Sonnenfinsternis erleben – irgendwie verheißungsvoll. Tschüss Malaysia, auch wenn wir dich nun etwas wehmütig verlassen, freuen wir uns gleichzeitig umso mehr darauf, uns in neue Abenteuer zu stürzen. Indonesien, wir kommen!