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Die heiße Phase

Thailand, Laos

Asien 2014-2016

Nun ist es tatsächlich vorbei mit unserem sorgenfreien Umhertreiben. Es beginnt der Ernst des Lebens. Nein, wir haben keine Vollzeitbeschäftigung angenommen, um unsere neue auf Pump gekaufte Möbelgarnitur ab zu zahlen, kein Reihenhäuschen in Lohne-Dinklage erworben. Dennoch ist ein Umstand in unser Leben getreten, der etwas Disziplin erfordert – wir kriegen Besuch von den Eltern! Termine, Termine! Um so viele Sachen müssen wir uns noch kümmern: Visa für Thailand beschaffen, dafür erstmal wieder nach Laos fahren, einen Mittelsitz für die Fahrerkabine organisieren und vor allem eine neue Bleibe für unsere Katze finden. Nur noch zwei Wochen Zeit, dann müssen wir bestens vorbereitet am Flughafen in Bangkok stehen, wohlriechend und in ordentlichen Kleidern, um zunächst Ellens Mutter zu empfangen. Hm, und wir sind noch irgendwo am Arsch der Welt, im Nordwesten Thailands. Eine leichte Panikattacke, die sich insbesondere bei Ellen einschleicht, wird nicht wesentlich durch die weinerliche Katze gelindert, die bei dieser Hitze nur noch hechelt wie ein Hund.

Thailand mittendrin

Wir fahren in die niedrigeren Ebenen. Hier merken wir, wie viel Hitze die heiße Jahreszeit tatsächlich mit sich bringt. Würde doch jeder aus den gemäßigten Breitengraden die Temperaturen zuvor in den Bergen schon als Hitze bezeichnen. Diese trockene, stickige, klebrige und schweißtreibende Sauna raubt uns wirklich den letzten Nerv. Anders als erwartet kommt Ellen damit schlechter zurecht. Sie kämpft mit Schwindel, Gollum offensichtlich auch. Trotz unseres völlig neuen Termindrucks wollen wir uns nicht beirren lassen und uns Zeit nehmen, die geschichtsträchtige Stadt Sukkhothai zu besichtigen. Wir suchen uns ein klimatisiertes Zimmerchen, um etwas Kraft für die Stadtbesichtigung zu sammeln.

Zunächst genießen Ellen und Gollum das auf 18 Grad herunter klimatisierte Zimmer (18 Grad unter Umgebungstemperatur). Alle sind glücklich, als wir uns gemütlich ins Kissen kuscheln uns sogar zudecken. Zumindest bis sich eine riesige Kakerlake ebenso das Kissen zu Jonas linken als Schlafplatz aussucht. Oh, Schreck! Insbesondere wenn man weiß, dass Ellen an einer seltenen Phobie leidet und stets befürchtet im Schlaf von einer Kakerlake angekrabbelt zu werden, die den gezielten Weg ins Ohr sucht, sich dort heimisch einrichtet und wohlmöglich noch Eier ablegt, worauf hin die Larven das Gehirn als Nahrungsquellen nutzen würden. Jonas weiß um Ellens Leiden Bescheid. So schleudert er das Kissen in einem galanten Manöver samt Kakerlake in die Ecke, bevor Ellen etwas bemerkt. Doch dieses Aktion ist viel zu auffällig, so dass Jonas den Grund für den Kissenweitwurf nicht verheimlichen kann. Wir schlafen im Auto, bis wir nassgeschwitzt doch wieder ins Zimmer zurückkehren, die Kakerlake finden und unter ein Glas einsperren. Gute Nacht!

Nicht sonderlich erholt besuchen wir am nächsten Tag die alte Stadt (13.-15. Jh.), die als Historischer Park außerhalb des heutigen Sukkhothais angerichtet ist. Es sind die Reste eines alten Königreichs, welches dem heutigen Thailand ihre Wesenszüge in Kultur und Religion überliefert haben soll. Beeindruckt schlendern wir durch die gut erhaltenen Ruinen und sind auch ohne geschichtliches Hintergrundwissen recht fasziniert. Doch bereits nachmittags ist nur noch ein Ausharren im Schatten angesagt. Bei der Hitze haben wir echte Schwierigkeiten mit unserer Katze – sie hält es kaum aus im Auto und wir müssen richtig Strecke machen, um im Zeitplan zu bleiben. Draußen nehmen wir uns stets vor Straßenhunden in Acht, in Städten wir können sie kaum aus den Augen lassen. Eine verzwickte Situation. Aber was sollen wir schon tun?

Zwischen den Grenzen

„Hey, lass uns doch einfach nachts fahren! Also nicht die ganze Nacht durch, aber sobald die Sonne nicht mehr ins Fahrerhaus knallt, lässt es sich ja mit dem Fahrtwind aushalten, oder? Die Straßen hier in Thailand sind auch super, keine Schlaglöcher und der Verkehr nimmt ab …“ – „Ja, gute Idee! Abfahrtszeit 18 Uhr. Davor hängen wir einfach im Schatten ab und sehen zu, dass wir genug trinken.“ Zwei Tage und Nächte läuft alles super und wir vermuten ein Allheilrezept ausfindig gemacht zu haben. Wir fühlen uns alle wohl und agil mit unserem neuen Nachtmodus. Bei Sonnenuntergang machen wir uns auf für die letzten 200 km bis zur laotischen Grenze, zu unserer bereits bekannten Freundschaftsbrücke Nr. 1, nach Vientiane. „Sag mal, wie lange hat eigentlich die Grenze offen?“ – „Hm, ich glaube die ganze Nacht, ist doch immerhin die Hauptstadt. Und selbst wenn nicht, vor Zehn werden wir es wohl schaffen, oder?“

Halb Zehn an der Grenze. Gollum muss nochmal raus, bevor sie auf unbestimmte Zeit in der Wohnkabine eingesperrt wird. Wir stehen gemütlich mit unseren Dokumenten vor einer Schlange zum Immigrationsschalter. Alle vor uns sehen recht nervös aus, wuseln hin und her. Als wir an der Reihe sein sollten, macht der Beamte den Laden zu, anstatt uns hübsche Stempel in den Pass zu drücken: Wir sollen gefälligst zu dem nächsten Schalter. Alle rennen. Wir stehen ganz hinten an der neuen Schlange – zu langsam. Nach einer Falang-Sonderbehandlung ist es irgendwann soweit, wir haben alle nötigen Stempel und fahren über die wie leer gefegte Freundschaftsbrücke nach Laos. – „Was machen die eigentlich alle so einen Stress? So ein Grenzübergang kann man doch auch ganz entspannt angehen!“, denken wir.

Um Punkt Zehn Uhr stehen wir an dem laotischen Schalter für die Beantragung des Visa on Arrival. Komischerweise hat dieser zu. Bis wir jemanden finden, der uns bestätigt dass er tatsächlich zu ist und nicht nur Pause macht, ist es bereits fünf Minuten nach Zehn. Scheiße, und jetzt? Einer der Beamten läuft mit uns das Gebäude ab, um noch jemanden von dem Visa-Büro ausfindig zu machen. Währenddessen unterschreibt ein anderer Beamter irgendwas in unserem Carnet de Passage. Wir sind hoffnungsvoll. Es soll jetzt im Ermessen des zuständigen Beamten liegen, ob er sich noch für einen Stempel erbarmt oder nicht, so die Aussage. Wir zeigen uns schuldbewusst. Es ist zehn nach zehn. Ein Schleimbeutel in Jogginghose kommt aus dem Umkleideraum. Er ist unglaublich aufgebracht: „Ihr seid spät!!! Warum kommt ihr spät????!!!!!!“ – Wir reuevoll: „Ehm, es tut uns wahnsinnig leid … An der Thailändischen Grenze gab es Probleme! Wir haben auch nicht gewusst, dass um Zehn zu ist … Es tut uns wirklich …!“ –  Er, wütend: „Nein!! Geht! Geht wieder zurück! Mir ist das egal, wir haben Öffnungszeiten… *blabla, viel Geschrei*“.

Und schon fährt uns ein Mopedfahrer voraus, der uns freundlicherweise das bereits verschlossene Tor zur Freundschaftsbrücke öffnet.  A*****och und –gesicht! Natürlich hat der Grenzübergang nach Thailand auch schon zu (was dem laotischen Grenzbeamten freilich bestens bekannt war!). Hier erlauben uns dagegen die freundlichen und entspannten Thais, nach etwas Überzeugungsarbeit, zwischen den Grenzen zu übernachten. Wir nennen es Thaos. Ein einsames Fleckchen Erde, sehr sicher, äußerst ruhig, wenig Tourismus und kaum Infrastruktur. Gollum darf nicht raus, da sie unsere Schmuggelware ist. Bei Nacht wagen wir mit ihr einen Kurzausflug zum benachbarten Sandhaufen.

Am nächsten Tag müssen wir der ahnungslosen Frühschicht mit viel Mühe erklären, wie zur Hölle wir einen Tag im nirgendwo gewesen sein konnten. Anscheinend müssen alle Daten auf den Tag genau nachvollziehbar sein, so drehen die Beamten nur für uns die Stempel zurück. Viel mehr Arbeit macht uns jedoch die Unterschrift auf unserem Carnet – wir verlangen einen zusätzlichen Stempel, der am Vorabend nicht mehr gemacht werden konnte. Nach guten fünf Stunden können wir doch noch mit allen Stempeln und Unterschriften weiter fahren. Und wir hatten viel Glück, dass anscheinend alle Beamten gut geschlafen hatten. Somit schafft es diese Grenzpassage mit über 13 Stunden auf Platz 1 unserer längsten Übertritte! Bisheriger Favorit Russland rückt mit läppischen acht Stunden (allerdings ohne Übernachtung in Russopa) auf Platz 2.

Laos – ein zweiter Eindruck

Wir machen uns direkt auf den Weg zu der Thailändischen Botschaft, um uns ein Zweimonatsvisum zu beantragen, welches den Zeitraum unserer Elternbesuche abdecken soll. In Laos ist an Nachtfahrten natürlich nicht mehr zu denken. Die Menschen fahren ohne Licht und jegliche Regeln, schauen nicht auf die Straße wenn sie von irgendeiner Seitengasse auffahren und auch Schlaglochfrequenz steigt auf ein beachtliches Maß an. Nachdem wir den Visumantrag abgegeben haben, wollen wir uns erstmal ein Zimmer in Vientiane suchen, denn die Nacht in Thaos und die lange Grenzprozedur haben ihre Spuren hinterlassen. Die Suche gestaltet sich mühevoll: Entweder ist die Katze das Problem oder ein unverschämt hoher Preis zu einer miserablen Leistung. Schließlich landen wir in irgendeiner Absteige für sechs Euro die Nacht. Die gewiefte Besitzerin will aus den „reichen weißen“ noch etwas Knete rausholen und verlangt für die Katze zusätzlich drei Euro. Wofür das denn? Ist ja nicht so, dass Gollum Elektrizität verbrauchen würde oder Wasser, sie bringt ihr nicht einmal ein eigenes Bettchen. Aber wir sind zu müde um weiter zu suchen und schnappen uns ein Beerlao.

Um ehrlich zu sein ist diesmal unser erster Eindruck von Laos schrecklich, nicht nur wegen dem oben beschriebenen Vorfall. Wir stellen uns vor, wie es wäre, wenn das unser einziger Eindruck von diesem Land wäre, wenn wir nicht zuvor drei wunderschöne Monate hier verbracht hätten. Wohlmöglich würden wir dann sagen, dass Laos kein schönes Reiseland sei, die Menschen unfreundlich, die Preise unverschämt, usw. Nehmen wir denn unsere subjektiven Meinungen, Eindrücke, zufällige Begegnungen und Zufälle insgesamt nicht viel zu wichtig? Urteilen wir manchmal nicht viel zu schnell? Glücklicherweise können wir diesen Eindruck direkt abstreifen und ihn lediglich als einen von vielen unterschiedlichen betrachten. Wir hoffen, dass es uns in schwierigen Situationen und anderen Ländern auch weiter gelingen wird. Am nächsten Tag können wir unsere Pässe mit den Thai Visa abholen und Vientiane verlassen. Auf und zurück in die Natur!

Alles für die Katz

Das Reisen mit Haustieren unterscheidet sich vollkommen von dem einfachen Reisen. Die Reiseziele, unser gesamter Alltag, es dreht sich so vieles um unseren tierischen Begleiter. Wir stehen um fünf Uhr morgens auf, um die kühleren Morgenstunden auszunutzen und ab zehn Uhr gibt es noch ein Kühlkissen unter den Katzenhintern – wir haben sie sehr lieb gewonnen und machen das gerne, aber es ist schon eine riesige Herausforderung. Und immer wieder kommt uns der Gedanke, dass sie an einem schönen Ort so viel glücklicher wäre, als mit uns im Auto. Es ist keine Frage, dass sie eine wunderbare Zeit mit uns hatte, das Auto hat sie lieben gelernt und es als zu Hause akzeptiert. Wir versuchen einfach Alles, um das Katzenleben so erträglich wie möglich zu machen, aber wir haben nun mal einen sehr begrenzten Rahmen. Städte sind immer ein Problem, wie schwierig wird es wohl in Bangkoks Asphaltdschungel werden? Wir bekommen jetzt schon Bauchweh bei dem Gedanken. Nur noch zehn Tage bis zum Ernst der Elternbesuche. Wir suchen den nächsten Nationalpark auf.

Nach dem herbstlichen Thailand sind wir überrascht, dass Laos auch jetzt in der trockenen Zeit eine grüne Oase geblieben ist. Im Phou Khao Khouay Naturreservat finden wir einen echten Campingplatz. Mitten im Dschungel, direkt am Wasserfall – perfekt, oder nicht? Die Campingbetreiber haben einige Hunde, die sich offensichtlich mit anderen Katzen gut verstehen. Nur nicht mit unserer. Als einer der kleinen Kläffer den fremden Eindringling in seinem Revier entdeckt, trommelt er direkt die ganze Hundebande zusammen. Mit aufgestellter Mähne spurten sie zum Angriff. Sie machen keinen Spaß. Jonas kann den ersten Ansturm etwas abbremsen. Doch erst die Besitzer können sie wieder zurückrufen. Jetzt müssen wir sogar schon in der Natur auf das Kätzchen aufpassen.

Die erschlossene Natur scheint uns mitunter vor dieselben Herausforderungen zu stellen, wie eine Stadt. An der Kong Lor Höhle, die mit sieben Kilometern Länge die zweitlängste Höhle der Welt sein soll und von einem schönen Park umgeben ist, ist es deshalb kaum anders. Zunächst lassen wir uns durch das beeindruckende Höhlensystem mit einem Motorboot schippern, während Gollum im Auto auf uns wartet. Vor der Höhle finden wir eine schöne Badestelle, wo wir uns im klaren Wasser abkühlen können und die Katze unter einem Baum ebenso Schutz und Schatten findet. Frieden! Am nächsten Morgen wird Gollum von einem Hund den Baum hochgejagt, wo wir sie nur mit Mühe wieder runter bekommen. Anstrengend!

Green Climbers Home – ein neues Zuhause für Gollum

Inzwischen sind wir ernsthaft Müde, jeden Tag weiter zu ziehen. Das geht nämlich schon seit über einer Woche so! Deswegen fahren wir gezielt nach Thakek, wo wir eine Empfehlung für ein Klettercamp bekommen haben: Das Green Climbers Home. Anscheinend soll es ein schöner Ort zum Klettern und verweilen sein. Sogar für Katzen, denn sie haben ebenso welche. Wir werden nicht enttäuscht. Weit ab vom Schuss und doch alles vor Ort, was man braucht. Hier bleiben wir! Um der Hitze etwas zu entfliehen, stellen wir unser Zelt direkt am Flüsschen, welches durch eine kleine Höhle fließt auf. Den ganzen Tag können wir einen fast kühlen Windzug aus der Höhle genießen. Ein Paradies für uns und Gollum, denn es gibt keine Hunde, dafür aber drei haarige Spielkameraden. Wir können sie zum ersten Mal auch mal aus den Augen lassen, selbst für mehrere Stunden – sie bleibt einfach an unserem Zelt und genießt das Leben.

Tanja und Ulli sind zwei deutsche, die diese wunderschöne Anlage aufgebaut haben, welche bestens in der Kletterszene ankommt. Wir quatschen kurz mit den beiden, wo wir her kommen, was wir da treiben und wie wir zu der Katze kommen. – „Und wie heißt die Süße?“ – „Gollum“ – „Ist doch nicht wahr!!!“ – „Ja, wir haben schon oft gehört, dass der Name schrecklich ist, aber…“ – „Ne, wir hatten auch mal eine Gollum! Letztes Jahr. Sie ist aber leider nach der Sommerpause verschwunden, wir haben sie nie wieder gesehen. Das ist ja irre. Dass zwei Katzen, die Gollum heißen, an einen und denselben Ort kommen, das gibt’s bestimmt nicht oft! Ich meine, das ist doch kein geläufiger Katzenname!“.

Ja, irgendwie schicksalsartig. Um präzise zu werden, irgendwie scheint dieser Ort genauso zu sein, wie wir ihn uns für Gollum als perfektes Zuhause vorgestellt hatten. Nur haben wir uns nie träumen lassen, dass wir ihn tatsächlich finden. Einige Tage später unterhalten wir uns erneut über die Katze, erzählen über die Krankheitszeit, über unsere Schwierigkeiten. Da sagt Tanja: „Lasst sie doch einfach hier. Mit diesem Namen scheint sie ja sowieso hierher zu gehören!“. Oje, echt? Jetzt werden wir uns wirklich von ihr trennen? Wir überlegen. Es wäre hier schon Ideal für sie, wenn da nicht die Sommerpause wäre. Von Juni bis Oktober sind nur noch einige laotische Angestellte da und wie wir wissen, verstehen die Laoten nicht, warum man den Reis mit Hühnchen an die Katzen verfüttern soll, wenn man ihn auch selber essen kann. Vier Monate. Was ist, wenn sie es nicht schafft? Haben wir uns dann nur der Verantwortung entzogen, oder ist es wirklich hier besser für sie? Es ist eine schwere Entscheidung.

Die Tage ziehen dahin. Jonas macht einen Kletterkurs und stellt fest, dass er diese Sportart ernsthaft weiter praktizieren will. Wir lernen tolle Leute kennen, hängen viel im Restaurant ab, wo wir das vermutlich beste Essen unserer Reise genießen. Gollum schließt inzwischen Freundschaft mit allen Menschen und Katzen. Sie jetzt wieder diesem Ort zu entreißen und mit ihr nach Bangkok zu fahren wäre einfach grausam, denken wir. Tanja und Ulli können nichts versprechen, doch natürlich ist es auch in ihrem Interesse, dass alle Katzen den Sommer überleben. Sie wollen einem der Angestellten einen Bonus auszahlen, wenn die Katzen nach der Sommerpause noch da sind. Das soll funktionieren und überzeugt uns letztendlich. Wir lassen Gollum im Green Climbers. Es ist ein trauriger Abschied. Doch wir sind uns sicher, es ist das Beste für sie.

Zurück in die Zukunft

Zufällig finden wir in Thakek einen Sattler. Mit Händen und Füßen erklären wir ihm, was wir wollen und einigen uns auf ein Preis. Die Spannung ist groß, als wir nach vier Tagen Wartezeit das Ergebnis dieser Verhandlungen abholen wollen. Für 80 € erhalten wir einen profimäßig maßgeschneiderten Mittelsitz für den Defender. Die Unterkonstruktion ist zwar ein bisschen Laotisch, doch insgesamt hat der gute Mann eine super Arbeit abgeliefert. Check!

Sogleich können wir testen, wie es ist zu dritt im Auto zu fahren. Wir nehmen aus dem Klettercamp einen Fahrradfahrer mit, der ebenso nach Bangkok möchte. Fahrrad aufs Dach, Ellen sitzt in der Mitte und los geht es. Da es auf dem Weg nicht wirklich was zu sehen gibt, entscheiden wir uns spontan fast bis nach Bangkok durch zu fahren, sind wir doch quasi wieder in der Zivilisation. Über 700 km Strecke, gute Straßen. Wir kommen in der Nacht vor einem anderen Klettercamp bei Saraburi an und schlafen vor den Toren, um die Besitzer nicht zu erschrecken. Dank dieser Hochleistung (die Rekord-Tagesetappe unserer gesamten Reise) können wir noch ein paar entspannte Tage in dem Camp verbringen, verweilen klettern, bevor es schließlich in die hitzige Hauptmetropole Thailands geht.

Als wir aufgeregt nach Bangkok fahren, fühlen wir uns mal wieder wie in der Zukunft. Überall Wolkenkratzer, alles hypermodern, riesige Autobahnen, die sich in mehreren Stockwerken über der Stadt empor heben – Buddha steh dem bei, der sich hier verfährt. Natürlich verfahren wir uns sofort und die Hotelsuche gleicht einer Höllenfahrt (nicht nur wegen dem Wetter). Letztendlich sind wir wirklich froh, dass wir die Katze nicht dabei haben. Jedenfalls haben wir es geschafft. Und mit der Klimaanlage im Hotelzimmer sieht die Welt schon ganz anders aus. Morgen werden wir Ellens Mutter vom Flughafen abholen, und dann? Wir werden berichten, was kommt!