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Laos - wenn alles anders läuft

Laos

Asien 2014-2016

Nach dem schmerzhaften Verlust in Luang Namtha fahren wir in das kleine Dörfchen Nong Khiaw – eine Empfehlung von Laura. Zwischen Karstfelsen und hohen Bergen gelegen verziert dieses Dorf malerisch das Ufer des Flusses Nam Ou. Einen ganzen Tag brauchen wir um die Strecke zwischen Luang Namtha und Nong Khiaw zurück zu legen, denn sie führt in krassen Serpentinen durch die Berge und Täler von Nord-Laos. Früher zählte diese Straße zu den gefährlichsten Passagen der Welt. Andere Reisende, die vor einigen Jahren diesen Pass gemeistert haben, berichten darüber, dass diese Piste 250 km lang, zwei Meter breit und 1 Meter tief gewesen sein soll – als die einzige Landverbindung zwischen der Chinesischen Grenze und Luang Prabang. Heute liegt Asphalt drüber. Doch die vielen unübersichtlichen Kurven sind geblieben, so überschreiten wir eine durchschnittliche Geschwindigkeit von 20 km/h vermutlich nicht. Sobald man durch Dörfer fährt, welche üblicherweise den Straßenrand säumen, treten einem andere Schwierigkeiten entgegen: Kühe, Hühner, Kinder, Hunde, Schweine, usw. Das Leben findet häufig direkt am Straßenrand statt. Direkt hinter den Häusern befinden sich Steilwände oder Klippen. Wir haben die Vermutung, dass sehr oft Unfälle passieren müssen, obwohl die Laoten den langsamsten Fahrstil pflegen, den wir je gesehen haben – und sind froh keinen gesehen oder gar verursacht zu haben. Lediglich einen Tanklaster sehen wir, dessen Bremsen auf einer steilen Bergstraße kurz vor einem Dorf versagt haben. Der Fahrer konnte sein tödliches Geschoss glücklicherweise kurzer Hand in einen Wald lenken, ohne einen nennenswerten Schaden zu verursachen.

Erst bei Dunkelheit erreichen wir Nong Khiaw, wo wir hoffen die Erfahrungen der vergangenen Tage verdauen und zur Ruhe kommen zu können. Der zweite Versuch irgendwo unter zu kommen ist sofort von Erfolg gekrönt. Ein Bungalow mitten im Grünen mit Blick auf den sich durch das Dorf windende Fluss und die umgebenden Berge verspricht ein heilsamer Ort zu werden. Zunächst hängen wir einige Tage nur herum. Irgendwie fühlen wir uns nicht im Stande etwas unternehmen zu können. An jeder Ecke sehen wir kleine Hündchen und sehnen uns danach, Floh irgendwo aus dem Gebüsch springen zu sehen, als wäre nichts passiert. Sicher hätte es ihr hier gefallen. Nach einigen Tagen versuchen wir aus der Tatenlosigkeit auszubrechen: Wir zwingen uns zum Aussichtspunkt auf einen der gewaltigen Berge. Das Gefühl im Dschungel zu sein ist spannend, doch immer noch können wir nicht so recht die traumhafte Aussicht über die von Regenwald überzogenen Berge genießen. Zu sehr hat uns Flohs Tod mitgenommen. Aber letztendlich geht es uns Tag für Tag besser. Es stimmt ja, dass Zeit alle Wunden heilt und dieses wunderschöne Örtchen leistet ganz gewiss einen beachtlichen Beitrag.

In Nong Khiaw

Nach einer Woche erreicht uns die Nachricht von Laura und Chris, dass sie sich ebenso auf den Weg nach Nong Khiaw gemacht haben. Wir freuen uns sehr auf ein Wiedersehen! Als wir nachmittags über die Brücke laufen, um in ihrem anvisierten Guesthouse nachzusehen, ob sie bereits angekommen sind, winken uns plötzlich Sandra und Markus aus dem Fenster eines der Guesthouses zu. Was für eine unerwartete Wiedervereinigung! Wieder zu sechst verbringen wir viele gemeinsame Abende mit spannenden Diskussionen und Rätseln, meistens in einem Indischen Restaurant, welches wir aufgrund des hervorragenden Essens zu unserem Stammlokal auserkoren haben. Solche Tagesabläufe haben wohlmöglich die langweiligsten Berichte zur Folge, doch genießen wir sie in vollen Zügen!

Endlich ist auch unsere Unternehmenslust zurück. Wir versuchen uns auf einer Piste entlang des Nam Ou nach Muang Ngoy durch zu kämpfen – das kleine Örtchen hat erst im April 2013 eine permanente Stromversorgung erhalten und ist nach Aussagen der lokalen Einwohner nur per Boot erreichbar. Nun ist es ja aber so, dass wir ein Geländefahrzeug besitzen und wir siegessicher unser Glück versuchen wollen. Die Regenfälle der ausklingenden Regenzeit, die sich einige Tage über diesem Gebiet gehalten haben, machen uns das Leben allerdings schwer. Tiefe Schlammlöcher finden sich in Abständen von ca. 20 Metern auf unserem Weg und viele können wir problemlos bezwingen. Eines ist allerdings so tief, dass wir darin stecken bleiben. Für Jonas ist es eine schweißtreibende Angelegenheit, das Auto in der Mittagssonne mit Hilfe von Sandblechen aus dem schlammigen Lehmboden zu befreien. Unsere rudimentäre Offroad-Ausrüstung bekommt somit eine Einweihung und wir sind heilfroh diese wenigen Dinge mitzuführen, die uns aus dem Schlammassel helfen. Als wir draußen sind, erfahren wir von entgegenkommenden Mopedfahrern, dass uns noch fünf weitere Löcher dieser Tiefe erwarten und sich ca. zwei Kilometer von unserem Standort entfernt ein Kleinlaster festgefahren hat, dessen Insassen das Fahrzeug einfach verlassen haben. Wir beschließen zurück zu fahren und an einem der nächsten Tage unser Glück auf dem Wasserweg zu versuchen. Doch müssen wir zunächst dieselbe Stelle rückwärts passieren, welche wir zuvor durch unsere Befreiung noch unpassierbarer gemacht haben. Die Arbeit beginnt von vorne!

Die Zeit vergeht und wir bemerken gar nicht, wie ganze zwei Wochen verstreichen. Wir nutzen die Zeit, um unsere China-Berichte zu verfassen, an anderen Projekten zu arbeiten und kleinere Ausflüge zu starten. Bevor wir zu einem neuen Abschnitt aufbrechen, unternehmen wir schließlich noch einen Bootsausflug nach Muang Ngoy, welches wir auf dem Landweg nicht erreichen sollten. Zusammen mit Laura und Chris haben wir ein Boot samt Bootsführer für den ganzen Tag gemietet, welcher uns über eine Stunde lang stromaufwärts durch die wunderschöne Landschaft fährt. Das Dörfchen an sich ist eigentlich nichts Besonderes – doch die Lage ist einmalig. Um die Schönheit zu beschreiben reichen die Worte nicht, aber vielleicht vermittelt das dazugehörige Fotoalbum einen besseren Eindruck. Sehr gut können wir uns alle vorstellen, hier einige Monate oder gar Jahre unseres Lebens zu verbringen. Auf dem Rückweg bitten wir den Fahrer an einer der Sandbänke zu ankern. Chris und Jonas packen sofort die Angelruten aus, mit dem Vorsatz uns alle mit frischem Fisch zum Abendessen zu versorgen (nein, wir wollen die beiden nicht unter Druck setzen). Laura und Ellen können während dessen ein kühles Bad im Fluss genießen. Dieser perfekte Tag endet wieder einmal beim Inder – denn leider wollte kein einziger Fisch anbeißen!

Amerikas geheimer Krieg in Laos

Wenn man Laos bereist ist es kaum möglich einem besonderen geschichtlichen Thema keine Beachtung zu schenken, denn die Folgen davon dauern bis heute an. Es geht um den geheimen Krieg in Laos, welcher noch immer in der Öffentlichkeit kaum Präsenz findet. Doch er hat tatsächlich stattgefunden! Das bezeugen Abertausende von Sprengkörpern, welche die Laoten in mühevoller und teurer Arbeit aufräumen müssen. Viele davon sind nicht explodiert, so sterben jährlich sehr viele Menschen bei dessen teilweise ungewollter Entdeckung.

In den 60er und 70er Jahren hat die CIA in geheimer Mission Laos bombardiert, obwohl offiziell nie eine Kriegserklärung von den USA ausgesprochen worden ist. Die amtierenden Präsidenten sprachen sogar Danksagungen an die laotische Regierung dafür aus, sich neutral innerhalb des Vietnamkriegs verhalten zu haben. Dabei fielen bei Flächenbombardements geschätzte 2,5 Tonnen Sprengstoff pro Einwohner in Laos nieder. Das bedeutet, dass alle acht Minuten, 24 Stunden am Tag und über neun Jahre lang eine Bombe über Laos von den Amerikanern abgeworfen wurde. Bis heute gab es von Seiten der USA keine Entschuldigung. Bis heute kommen sie nicht für die Aufräumarbeiten auf und leisten keine Reparationszahlungen an die Zivilbevölkerung. Bis heute halten sie sich für das Land, das Recht und Ordnung in der Welt sehen will – doch sie selbst erweitern die Liste der Militäroperationen der Vereinigten Staaten laufend und begehen große Verbrechen an der Menschheit. Die Operation in Laos ist nur eine von sehr vielen, von denen die Wenigsten überhaupt wissen, dass sie stattgefunden hat. Kann das richtig sein?

Dieses Paradies Nong Khiaw zählt zu den am meisten bombardierten Regionen in Laos. Wir besichtigen eine Höhle in der Umgebung, wo sich die Gegenkämpfer versteckt hielten. Schilder warnen uns davor, den Pfad zu verlassen, da die Gefahr auf ein nicht explodiertes Objekt zu stoßen zu groß ist. An jeder Ecke säumen bunt bemalte entschärfte Sprengsätze, Zäune, Brücken und Restaurants diesen Ort. Es ist bizarr, es ist ein Mahnmal, es ist unbegreiflich. Wie ist so etwas Schreckliches – ein geheimer Krieg – überhaupt möglich? Laos zählt zu den am meisten bombardierten Ländern der Welt.

Update: Weitere tiefergehende Informationen zu dem geheimen Krieg in Laos erhaltet ihr auf Lauras Webseite: Lao and its dirty, evil, little secret (Englisch)

HelpX: Helfen gegen Kost und Logie

Voller Tatendrang brechen wir aus Nong Khiaw auf und fahren 150 km in südlicher Richtung nach Luang Prabang. Wir möchten endlich wieder produktiv sein. Noch vor unserem Aufbruch zu der großen Reise haben wir uns bei der Internetplattform HelpX registriert. Dort bieten weltweit verschiedene Organisationen, Gastronomiebetreiber und Privatleute kurzfristige Arbeiten und Projekte im Austausch gegen Kost und Logie an. In Luang Prabang machen wir ein Restaurant ausfindig, bei welchem wir einfach vorbei schauen können, um zu sehen, ob es etwas zu tun gibt. Wir wollen ausprobieren, ob diese Möglichkeit etwas für uns sein könnte.

Am Abend unserer Ankunft schauen wir im Restaurant "Dyen Sabei" vorbei, doch die Besitzerin (eine Kanadierin) ist nicht anzutreffen. Wir schreiben ihr und bekommen prompt eine Antwort: Wir sollen in ihrem Zweitbetrieb „La Pistoche“, einer Bar mit Swimmingpool, vorbei kommen, um uns kennen zu lernen und die Details unserer Kooperation persönlich zu besprechen. Das La Pistoche scheint etwas zu nobel für unsere Verhältnisse zu sein, doch alle sind nett und wir können uns auf eine erste Aufgabe einigen – Flyer in der Stadt verteilen. Nun gut, sowas haben wir zwar noch nie gemacht und würden uns so einen Job auch nie aussuchen, aber wir wollen dem Ganzen eine Chance geben. Nach vier Stunden mit mäßigem Erfolg stellen wir teilweise enttäuscht aber gleichzeitig erleichtert fest, dass wir wohl nicht dazu geboren sind, Flyer zu verteilen. Wir geben die übrigen Flyer am nächsten Tag zurück und fragen, ob es nicht etwas anderes für uns zu tun gäbe – denn wir haben einige Fähigkeiten, mit welchen wir besser helfen können.

Innerhalb einer Woche, in der wir allerlei Aufgaben ausprobieren – Bedienen, Schildchen basteln, eine Terrasse neu aufbauen, Fotos von den Mitarbeitern schießen – werden wir irgendwie nicht ganz warm mit diesem Ort. Wir fragen uns oft woran das liegt und stellen letztendlich fest, dass es an der Organisation und den Konditionen der Betreiber liegt. Die Idee hinter der HelpX-Plattform finden wir immer noch spannend, doch die Umsetzung an eben diesem Ort ist für uns nicht das Richtige. Um die Gegenleistung in Form von Kost und Logie zu erhalten, müssen wir unsere geleisteten Stunden aufschreiben, von einer gemeinsamen Vertrauensbasis geht man nicht aus. Im Prinzip hat die Besitzerin ihr Geschäft blendend im Griff: Sie verdient Geld und hat unzählige Mitarbeiter. Natürlich beinhaltet unsere Idee, irgendwo zu arbeiten, auch etwas Geld zu sparen, sich für längere Zeit an einem Ort auf zu halten und diesen kennenzulernen. Doch im Vordergrund steht für uns an einem interessanten Projekt mitwirken zu können und nicht einen kommerziellen und gut laufenden Betrieb zu unterstützen. Jedenfalls wollen wir so unsere Energie nicht verschwenden. Wir möchten uns engagieren und etwas hinterlassen. Angewiesen sind wir auf eine Unterkunft nicht und können einfach Geld einsparen, indem wir im Auto wohnen.

Als Jonas krank wird (er hat wohl etwas Schlechtes in der Stadt gegessen), beschließen wir die Sache abzubrechen. Wir ziehen in ein Guesthouse, wo nicht überraschend auch Sandra und Markus hausen, und verbringen noch einige Tage in Luang Prabang mit den schönen Dingen des Lebens, in dem wir erneut zu sechst (denn Laura und Chris sind mittlerweile auch in Luang Prabang angekommen) essen gehen oder durch den Nachtmarkt schlendern.

Leben ist das, was passiert, während du andere Pläne schmiedest

Inzwischen sind wir einen ganzen Monat in Laos, haben jedoch das Gefühl noch nicht viel gesehen zu haben. Das war auch gut, denn wir hatten diese Pause sehr dringend nötig. Unsere Visa verlängern wir um weitere drei Wochen, welche wir zum Reisen nutzen wollen. Ein grober Plan ist geschmiedet: Wir wollen weiter südlich zu dem Stausee Nam Ngum fahren, jedoch über die Ebene der Tonkrüge – ein Umweg, den man wahlweise als Rundreise bezeichnen kann. Auf dem Weg wollen wir die Kuang Si Wasserfälle nicht auslassen, die irgendwo nicht weit von Luang Prabang gelegen sein sollen. Aber was bedeutet schon nicht weit? In Russland haben die Menschen drei Fahrtage und mehr als tausend Kilometer vom Baikalsee entfernt gesagt, nun sei es ja nicht mehr weit. Die Koordinaten, die Ellen irgendwo im Internet gefunden hat, zeigen eine Entfernung von über 100 km. Ja, das ist ja nicht so weit, denken wir. Und dann beginnt für uns ein Tag, der wie vom Pech verfolgt zu sein scheint.

Alles beginnt damit, dass wir in einer Stadt, wo jeder und überall Tuk-Tuks, Mopeds und Autos abstellt, gerade wir wegen Falschparken eine Strafe von 20 Euro zahlen sollen. Eigentlich gehen wir nur kurz Gemüse einkaufen, als die Polizisten in den dummen Ausländern (uns) eine zusätzliche Einnahmequelle wittern. Jonas versucht sich zu wehren und fordert eine Quittung für die zu bezahlende Strafe, doch alle Versuche scheitern. Nun gut, wir drücken den Preis ein wenig, zahlen und verlassen Luang Prabang fluchtartig, um unseren Koordinaten zu den Wasserfällen zu folgen. Wir fahren durch einsame Landschaften, froh endlich wieder unterwegs zu sein und bemerken gar nicht, wie uns dieser Punkt auf der Karte immer näher zur Thailändischen Grenze führt. Etwas skeptisch werden wir, als wir beobachten, wie die Landschaften immer weniger für den Tourismus erschlossen sind, dabei soll es ein beliebtes und hoch frequentiertes Ausflugsziel sein. Knapp vor dem vermeintlichen Ziel begreifen wir endlich, dass die Koordinaten falsch sein müssen, denn wir sind mitten in der Pampa, weit und breit kein Schild oder irgendein Tourist. Wir finden heraus, dass die Wasserfälle lediglich 20 km von Luang Prabang entfernt gelegen sind. Ok, was nun? Weiter zu der Ebene der Tonkrüge ziehen oder wieder den ganzen Weg zurück fahren, um doch noch die Wasserfälle bewundern zu dürfen? Glücklicherweise finden wir eine Piste, welche direkt am Mekong entlang zu den Wasserfällen führt. So müssen wir nicht den gleichen Weg zurückfahren und queren 70 km lang die schöne Natur entlang des Mekong.

Die Mekong-Umgebung ist höchst beeindruckend und für uns hat sich der Umweg von insgesamt 300 km tatsächlich gelohnt. Und im Grunde genommen unterscheidet sich dieser Ausflug nicht entscheidend von anderen, die wir unternehmen. Wir setzen uns ein Ziel, legen weite Strecken zurück und sehen traumhafte Orte. Lediglich das Ziel war dieses Mal falsch. Wir hoffen nun, dass die Kuang Si Wasserfälle diesen erneuten Umweg (die Rückfahrt nach Luang Prabang entlang des Mekong) wert sind. Der Weg ist dschungelartig und wir finden keinen geeigneten Schlafplatz am Fluss, sodass wir erst bei Dunkelheit bei den Wasserfällen ankommen. Mittlerweile ist es Zeit für das Abendessen, also Wasser rein in den Topf und Puff – da brennt die Sicherung durch. Scheinbar hat die Wasserpumpe den Geist aufgegeben. Wir haben also 80 Liter Wasser im Tank, können es aber nicht nutzen. Na gut, aber wir haben ja noch unseren wahnsinnig hilfreichen Schweizer Armee Wassersack, der noch halb voll sein sollte. Hm, genau! Wo ist er eigentlich? Wir haben am Morgen gar nicht gemerkt, dass er uns in der vorherigen Nacht geklaut worden ist!

Es sind nur Kleinigkeiten, die das Leben schön oder schwer machen. Wir finden das alles, was heute passiert ist, inzwischen ziemlich komisch und vermuten, dass wir unser Pechkontingent für die nächsten Wochen wohl auf einmal aufgebraucht haben. Ausgeschlafen gehen wir am nächsten Morgen zu den Wasserfällen und werden dafür belohnt, doch noch hierher gefahren zu sein – denn genau so stellt man sich das Paradies vor. Ganz alleine können wir auf Erkundungstour gehen. Gegen Mittag, als die ersten Touristenströme eintreffen und es warm genug wird, trauen wir uns in dem azurblauen Wasser zu baden. Kleine Fische kitzeln uns die Füße beim Abknabbern von Hautschüppchen. Zufrieden fahren wir weiter und beschließen die Ebene der Tonkrüge auszulassen, also den direkten Weg zum See Nam Ngum zu wählen, da wir erstmal genug von Rundfahrten haben. Doch da kommen wir nicht an.

Welcome to Paradise

Auf dem Weg zu dem See Nam Ngum, kommt man unweigerlich direkt an Vang Vieng vorbei, einer bekannten Partystadt. Wir sind eigentlich nicht im Geringsten an Parties interessiert, insbesondere nicht im Stil vom Ballerman und fahren trotzdem nicht vorbei. Auf der anderen Seite des Flusses soll es etwas gemütlicher zugehen und das wollen wir uns anschauen. Wir überqueren eine Brücke, welche auf dem halben Weg über eine kleine Insel inmitten des durch Vang Vieng fließenden Flusses führt. Bereits dort finden wir genau das, was wir brauchen: Ein günstiges Bungalow und ein Parkplatz im Grünen direkt vor der Haustür. Hier wollen wir zunächst nicht lange bleiben. Doch auch diesmal kommt alles anders, als wir es zunächst angedacht hatten.

Achtung! Es folgt ein Spoiler für unseren nächsten Bericht, der erst in den nächsten Wochen erscheinen wird. Genau hier, wo wir angekommen sind, werden wir uns vorerst nicht wegbewegen. Wir haben genau das gefunden, was wir uns erhofft haben bei HelpX zu finden – unser Paradise Camping. Hier helfen wir gegen Kost und Logie bei dem Aufbau von einem kleinen, jedoch besonderen Ort als Guesthouse und Camping. Hier sind Ideen keine Grenzen gesetzt. Hier treffen wir nette Leute, die zwar kommen und gehen, aber jeder für eine kurze Zeit zu einer Art Gemeinschaft beiträgt. Ein bisschen könnt ihr das Geschehen auf der Facebook-Seite mitverfolgen, die wir für Promotion-Zwecke erstellt haben und auch pflegen werden.

Wir wissen noch nicht wie viel Zeit wir hier verbringen werden, aber so lange es uns Spaß macht, bleiben wir hier. Weitere Details folgen in nicht allzu ferner Zukunft.