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Sumatras Norden

Indonesien

Asien 2014-2016

Mit der Auslösung unserer Fahrzeuge aus dem Container haben wir die langersehnte Freiheit wieder erlangt. Wir widmen uns nun wieder komplett dem Reiseleben – ohne Termine, ohne Arbeit, ohne Verpflichtungen – zumindest vorerst. Unser Plan ist den Norden Sumatras unsicher zu machen. Wir fahren frohen Mutes einfach drauf los. Die Straßenverhältnisse sind eigentlich gar nicht so schlecht: Die Fahrbahn ist gut asphaltiert, allerdings an manchen Streckenabschnitten relativ eng, doch scheint hier die Größe des Fahrzeugs die Vorfahrt zu bestimmen – meistens sind wir also im Vorteil.

Wir bemerken recht schnell einen deutlichen Unterschied zum restlichen Asien, welches wir bisher kennen lernen durften: Die Häuser, die Landschaft, auch die Menschen, einfach alles hat etwas Fremdes, an welches wir uns erst noch gewöhnen müssen. Ein kühler Windzug erreicht uns, welcher von den dicht mit Dschungel bewachsenen Bergen weht. Bald lassen wir die Hitze der Großstadt hinter uns, fahren über Serpentinen durch wenig bewohnte Gebiete und sind sichtlich aufgeregt, denn unser erstes Ziel ist ein aktiver Vulkan.

Berastagi und die Vulkane

Berastagi liegt, dank des Toba Hochlands, auf kühlen 1300 m über dem Meeresspiegel und ist umrandet von zwei beeindruckenden Vulkanen: Sinabung und Sibayak. Seitdem Gunung Sinabung 2010 nach mehr als 400 Jahren Schlaf zum ersten Mal wieder zum Leben erwacht ist, haben die teilweise gewaltigen Ausbrüche einige Dörfer in 3-7 km Umgebung verwüstet. Man sagt uns, dass es auch derzeit jeden Tag mindestens eine Eruption gäbe, jedoch wisse man nie im Voraus wann es passiert. So bleiben die Evakuierungsmaßnahmen nach wie vor erhalten. Mal sehen also, ob wir Glück haben dieses Naturschauspiel beobachten zu können.

Im blühenden Garten des Guesthouse Thalita, etwas außerhalb der Stadt, finden wir unsere Zuflucht. Es scheint der perfekte Ort zu sein, um uns von den Strapazen der Verschiffung zu erholen. Auch Laura, Chris und Michael sind da. Alle von uns müssen erstmal die Fahrzeuge für das Reisen fit machen, sprich manches reparieren oder erneuern. Im Grunde hängen wir die ersten Tage einfach nur ab, besuchen die lokalen Märkte und entdecken ein bisschen die Gegend. Jonas baut derweil im Auto unsere komplette Elektrik um (zwei neue Marine-Batterien haben wir vor Abreise in Malaysia besorgt), sodass wir in Zukunft keine Stromprobleme mehr zu befürchten brauchen. Dokumentiert hier: Stromversorgung.

Dann wollen wir endlich aktiv werden, also schnappen wir uns den Landy und fahren rüber zum 15 km entfernten Sinabung-Vulkan. Da dieser seit Tagen von Wolken bedeckt ist, hoffen wir aus der Nähe eine bessere Aussicht zu haben, außerdem könne man die Geisterdörfer besuchen, die in dem Sicherheitsgürtel von 5 km liegen. Doch leider (oder zum Glück?) werden wir an diesem Tag keinen Vulkanausbruch miterleben. Ellen navigiert uns durch die engen Landstraßen, wir biegen ab, eine Straße windet sich durch Felder und plötzlich stehen wir mitten in einer echten Geisterstadt: Kaum ein Haus hat noch feste Wände, Fensterscheiben sind in Scherben zerschlagen, Dächer eingestürzt, einfach alles ist mit einer grauen Schicht aus feinstem Staub bedeckt und es ist keine Menschenseele zu sehen.

Wir machen ein paar Fotos und wollen weiter fahren, doch gleich hinter dem Dorf endet die Straße in einem erkalteten pyroklastischen Aschefluss. „Wie cool“ – denken wir uns – „so nah haben wir nicht erwartet an das Geschehen ran zu kommen“. Mit Kamera bewaffnet stolpern wir quer durch den festen Ascheboden, ganz aufgeregt von diesem überraschenden Fund. Da sehen wir plötzlich am anderen Ende irgendwelche Männer gestikulieren: Wir sollen hier weg, es sei zu gefährlich. Unwissentlich sind wir wohl in die „Rote Zone“, den Evakuierungsgürtel von 4 km Radius gefahren, der nicht betreten werden darf. Uups, das war sicherlich keine Absicht.

Als wir danach die richtige Abzweigung finden, sind die weiteren Eindrücke bei weitem nicht mehr so spannend. Lediglich die Evakuierungs-Schilder mahnen davor, mit dem großen Sinabung lieber keine Spielchen zu treiben. Unsere zufällige Entdeckung bleibt uns merklich in Erinnerung – wie viel süßer doch manchmal die verbotenen Früchte schmecken.

Wandern auf dem Gunung Sibayak

Einige Tage später machen wir uns zu fünft zum Wandern auf. Der Vulkan Sibayak ist mit seinen 2095 m etwas kleiner als sein aktiver Bruder und lediglich semiaktiv, aber immerhin deshalb dürfen wir den Berg auch besteigen. Zunächst sind wir etwas enttäuscht, denn zweidrittel des Weges laufen wir auf einem Asphaltweg. Zwischendrin sehen wir verlassene Fressbuden, die an den Wochenenden hunderte von einheimischen Touristen aus Medan versorgen. Heute, unter der Woche, ist zum Glück nicht viel los. Ganz oben angekommen, erstreckt sich eine total fremdartige Landschaft rund um den Krater. Es ist kahl und steinig, zwischen den Spalten steigen heiße Geysire hoch und hinterlassen neongelbe Ablagerungen an den Felsen. Es riecht nach vergorenen Eiern. Wir genießen die Atmosphäre und fühlen uns beinahe wie auf einem fremden Planeten.

Am höchsten Aussichtspunkt angekommen überrascht uns eine dichte Wolkendecke. Wir wissen, dass mit Bergwetter nicht zu spaßen ist und eilen zum Abstieg. Die Entscheidung fällt jedoch auf einen anderen Weg. Man hat uns diesen bereits im Voraus als sehr steil beschrieben, doch das war wohl die Untertreibung des Jahres! Vor Jahrzehnten wurden hier Betonplatten gegossen, von denen die meisten inzwischen in ihre Bestandteile zerfallen sind. Die „Treppe“ wurde wohlmöglich für Riesen entworfen, nicht selten ist der Höhenunterschied ein ganzer Meter. Es regnet, es ist steil und rutschig. Manchmal müssen wir zwischen dicken Lianen kriechen oder uns unter umgefallenen Bäumen durchquetschen. Und obwohl wir uns zunächst an dem „Indiana Jones“-Gefühl erfreuen, verlässt insbesondere Ellen und Laura bald die Kraft.

Komplett fertig und durchnässt schaffen wir es gerade so vor dem Umfallen zu der unteren Plattform, an der wir uns mit Nasi Goreng und kalten Getränken stärken können. Als Belohnung können wir uns in den offenen Bassins der heißen Quellen entspannen. Der stärkste Muskelkater der Welt lässt sich bereits jetzt erahnen.

Nun wird es aber auch schon Zeit für uns weiter zu fahren. Einen Tag vor der Abfahrt beobachten wir zufällig bei einem Frühstückskaffee auf dem Aussichtspunkt am Gundaling-Hügel doch noch den lang ersehnten Vulkanausbruch des Sinabung. Was für eine Naturgewalt!

Auf dem Weg nach Ketambe

Die Straße schlängelt sich um den großen Vulkan und führt weiter durch kleine abgeschiedene Dörfer inmitten einer idyllischen Szenerie. Hier auf Sumatra sind unsere mobilen Karten nicht mehr so präzise, so müssen wir ständig verschiedene Apps vergleichen. Oft stimmt keine mit den tatsächlichen Verhältnissen überein. Es ist teilweise schwierig die richtige Abzweigung zu finden, doch genau deswegen bleibt der Weg immer unvorhersehbar, spannend.

Die Landschaft ist ungewohnt abwechslungsreich: Zunächst fährt man durch Berge, schon bald quert man ein weites Flusstal, tiefe Schluchten wechseln sich mit Reisfeldern, Obstbäumen und Gemüseplantagen ab. Schließlich manövriert man durch endlose Dörfer, um danach wieder in einer, von schwülem Dschungel umringten, Dorfstraße in Ketambe, anzukommen. Bedenkt man, dass dieser Streckenabschnitt lediglich 230 km lang ist, haben wir bereits ganz schön viel gesehen. Wir benötigen hierfür einen ganzen Tag – schnell kommt man in Indonesien nicht voran.

Wir quartieren uns für einige Tage in einem Guesthouse ein. Leider ist es recht schmutzig, so bevorzugen wir es lieber in unserem eigenen Bettchen zu schlafen und lediglich das Bad des Zimmers zu benutzen – es kostet nicht viel. Abgesehen von Laura, Chris und Michael treffen wir hier nochmal Peter, Jamie und Michelle aus unserer Verschiffungsgruppe und sogar die Italiener auf dem Tandem, die wir zufällig in Port Klang kurz vor der Abreise aus Malaysia kennengelernt haben. Nun sind wir alle komplett, wie klein doch die Welt der Reisenden zu sein scheint.

Nicht weit von unserer Bleibe gibt es einen Fluss, an dem sich abends Makaken versammeln, und auch die lokalen Bewohner des Dorfes zum Waschen und Schwimmen rüberkommen. Jonas packt seine Angel aus und versucht sich im Fischen. Doch obwohl das Gewässer eigentlich ein stattliches Fischvorkommen erahnen lässt, hat er selbst nach Stunden keinen einzigen Biss. Am anderen Ufer macht er dann eine unangenehme Entdeckung: Es liegen Verpackungen mit Gift am Flussrand – „Die werden hier doch wohl nicht mit Gift fischen?“. Am nächsten Tag, die Rute eingepackt, macht sich Jonas erneut zum Fluss auf. Er läuft das Ufer ab, schmeißt hier und dort die Angel rein, bis er auf einen anderen „Fischer“ trifft. Dieser bevorzugt eine nicht sehr natürliche, jedoch scheinbar effektivere Methode: In einem großen Behälter, auf dem Rücken gespannt, befindet sich Batterieflüssigkeit; die selbstgemachte Batterie ist mit einem Stab und dem Kescher verkabelt, die Stromstöße ins Wasser abgeben und Schwupps – schwimmen die Fische mit dem Bauch nach oben. Joa, das ist auch eine Möglichkeit.

Orang-Utans im Gunung Leuser Nationalpark

Ketambe ist einer der Ausgangspunkte für Wanderungen im Gunung Leuser Nationalpark. Der 9000m² große Park gehört zum UNESCO Naturerbe und ist Heimat für verschiedene Wildtiere, wie Asiatische Elefanten, Sumatra-Nashörner und -Tiger, Nashornvögel, Leguren, Makaken und eben auch Orang-Utans, wegen denen wir letztendlich hier sind. Neben Bukit Lawang ist auch Ketambe bekannt für unsere rothaarigen Verwandten, denn 75% des Wildbestands leben genau in diesem Gebiet. Während jedoch das überlaufene Bukit Lawang mit Fütterungsstationen die Touristen anlockt, muss man im wenig erschlossenen Ketambe den Regenwald schon selbst durchqueren, um mit etwas Glück und Kenntnissen des lokalen Guides die seltenen Tiere hoffentlich vor die Linse zu bekommen.

Unser Freund Michael und die Italiener waren jedenfalls zwei Tage zuvor im Dschungel unterwegs und das mit Erfolg: Sie beobachteten die schönen Tiere für mehr als eine halbe Stunde aus 5 Metern Entfernung. Heute sind wir dran, Laura, Chris und der empfohlene Guide sind auch mit dabei. Es ist Ostersonntag – statt Ostereier zu verstecken begeben wir uns auf die Suche nach Oster-Orang-Utans.

Wir schwitzen, keuchen und stampfen durch das Dickicht des Urwaldes. Unsere Socken und Schuhe sind mit Tabakwasser durchtränkt, denn das soll laut unserem Guide vor Blutegeln schützen (es hilft übrigens tatsächlich, wir haben keinen einzigen Biss, im Gegensatz zu so manchen anderen Wanderern). Unterwegs finden wir einige Nester der Orang-Utans, welche sie in den Baumkronen für jede Nacht neu anlegen, doch weit und breit kein rotes Fell in Sicht. Lediglich einige Langschwanz-Makaken kreuzen unseren Weg. Mittags erreichen wir ein Lager, wo wir uns im Fluss abkühlen können und ein Nasi Goreng runter schlingen, bevor es weiter geht.

Sieben Stunden laufen wir durch den feucht heißen Wald. Eigentlich haben wir schon mit den Orang-Utans abgeschlossen, Ostern hat uns heute kein Glück gebracht. „Ok, ich habe eine Idee!“ – sagt plötzlich unser Führer – „Ich habe da mal gehört, dass unten am Fluss, nicht weit von der Straße, ein Baum Früchte trägt. Sehen wir mal nach, vielleicht sind sie ja dort!“. Und tatsächlich, 500 Meter von unserem Guesthouse entfernt, an eben dem Fluss, wo wir zuvor zum Angeln waren, an einer Straße – dort steht ein hoher Baum, in dessen Kronen wir die Orang-Utans entdecken! Doch eines geht uns nicht  aus dem Kopf: Er muss es doch gewusst haben, dass sie heute genau da sein werden! Das ist doch ihr Geschäft hier, das spricht sich rum! Nur hätte er natürlich den vier Touristen nicht so viel Geld abknöpfen können, hätte er uns nur ein paar Meter die Straße runter geführt.

Naja, die Wanderung war trotzdem sehr schön und ja, wir haben sie, auch wenn nur von weitem, gesehen.

Durch die autonome Provinz Aceh

Es geht immer weiter in den Norden. Wir entscheiden uns für eine Straße, die zunächst mitten durch die Bergregionen Acehs führt. Der kurvige Weg zieht sich eine gefühlte Ewigkeit. Mehrmals wechseln wir den Bergkamm und staunen immer wieder über die neuen Landschaften, die sich vor unseren Augen präsentieren. Wir fahren durch Fichten und Pinienwälder, Avocado-, Kaffee- und Kakao-Plantagen. Wir durchqueren unzählige Baustellen. Die Straße ist nicht selten durch Erdrutsche stark geschädigt und wir sind immer wieder froh, wenn die dünne und unterhöhlte Straßendecke noch einmal den Landy hält. Wir durchstreifen einen moosbewachsenen Dschungelpass auf 2000 Metern Höhe, wobei die Abfahrt eine echte Herausforderung für unsere Bremsen ist. Nur noch wenige Dörfer liegen auf unserem Weg zum großen Bergsee nahe Takengon. Genau dort möchten wir einige Tage verbringen, campen und die Kühle genießen, bevor es wieder an die tropische Küste geht. Doch natürlich läuft es nicht so, wie wir es geplant haben.

Durch die gezwungenermaßen langsame Fahrweise kommen wir an dem See an, als es langsam zu dämmern anfängt. Wir genießen zunächst die Aussicht auf das unglaublich schöne Gewässer und beschließen die östliche Umfahrung zu nehmen. Noch bei Helligkeit entdecken wir eine der seltenen Stellen, die nur mit einem 4x4 Fahrzeug zu erreichen sind. Zwar würde man uns von der Straße aus sehen, doch wird es bereits dunkel und wir sind deshalb in Zugzwang. Ellen läuft die Abfahrt zu Fuß ab – es sieht zunächst perfekt aus. Plötzlich kommt ein älterer Typ vom Ufer. Er winkt und lächelt freundlich. Ellen winkt zu Jonas, der die Situation vom Hang aus beobachtet, um dem fremden Mann zu zeigen, dass sie nicht alleine ist. Schlagartig ändert sich sein Gesichtsausdruck zu einer unzufriedenen Grimasse: er wedelt mit den Händen und signalisiert recht unfreundlich und energisch, dass wir verschwinden sollen. Was ist passiert?

Wir befinden uns in der autonomen Provinz Aceh. Zwischen 1903 und 2004 befand sich Aceh in einem Unabhängigkeitskampf – zunächst gegen die niederländischen Besatzer und später auch gegen die indonesische Zentralregierung. Nach den Friedensvereinbarungen in 2005 wurden der Region gesonderte Autonomierechte zugesprochen, seit 2003 gilt in Aceh, als einziger Provinz in Indonesien, das islamische Recht der Scharia. Zwar wird diese Rechtsschöpfung eigentlich nur auf die muslimische Bevölkerung angewendet, hat jedoch auch einige Auswirkungen auf unsere Reise. Denn soweit die nationalen Gesetze in Indonesien eine Situation nicht regeln, können die Gesetze des Korans auch auf nicht muslimische Personen angewendet werden. Alkohol-Konsum ist zum Beispiel strikt verboten und anscheinend auch als Mann und Frau in der Nacht alleine irgendwo im Auto zu schlafen.

Über eine holprige Piste fahren wir in die überaus dreckige Stadt Takengong, übernachten in einem überaus dreckigen und überteuerten Hotel und sind bereits um sieben Uhr morgens wieder auf der Straße: „Scheiß drauf, fahren wir nach Pulau Weh!“

Tauchen auf Pulau Weh

Nach siebenstündiger Wartezeit am Hafen und zweistündiger Überfahrt mit der Fähre sehen wir endlich die dschungelbewachsene Vulkan-Insel, das Taucherparadies Pulau Weh. Vom Dock aus machen wir uns gleich auf nach Iboih, ein am nördlichen Ende der Insel gelegenen Ort, um dort unseren Anker auszuwerfen. Unser Plan ist es, die Unterwasserwelt zu erkunden, zum ersten Mal in unserem Leben. Wir quartieren uns in einer zurückgezogenen Bungalow-Anlage ein: Den Luxus, den es hier für wenig Geld zu haben gibt, gönnen wir uns von Herzen – unser Häuschen, das direkt im Wasser steht, erinnert fast an eine Honeymoon-Suite. Die Stimmung ist entspannt und ausgelassen. Leguren- und Makaken-Horden hängen in den Palmen. Riesige Flughunde umkreisen unsere Terrasse bei jedem Sonnenuntergang. Es riecht nach Salzwasser und Freiheit.

Nach kurzer Eingewöhnungszeit laufen wir die Tauchschulen ab, um für unsere erste Taucherfahrung den idealen Lehrer aufzuspüren. Wir werden schnell fündig: Adrian aus Deutschland arbeitet gerade bei der Scuba Weh Tauschule und überzeugt uns auf den ersten Blick. Gemeinsam mit seiner Frau Kate, die ebenso eine erfahrene Tauchlehrerin ist, werden sie unsere Taucheltern. Bereits am nächsten Tag legen wir mit unserem ersten Tauchgang los uns sind sofort einer Sucht verfallen. Das Gefühl der Schwerelosigkeit unter Wasser und die bloße Möglichkeit dort zu atmen, einfach dort unten zu sein und genug Zeit zu haben, um alles zu erkunden, begeistert uns sehr. Wir lernen fleißig die Theorie und meistern die praktischen Aufgaben wie Druckausgleich, Tarieren und notfallrelevante Techniken unter Wasser. Nach vier Tagen legen wir die Prüfung ab und sind nun stolze Scuba Open Water Diver.

Was wir sonst in der Zeit so machen? Nun, nicht wirklich viel. Le Café Blue wird unser Stammrestorant für diese Tage, denn wir freunden uns mit der liebenswürdigen Besitzerin Nola an, einer jungen Französin, die nun schon seit 10 Jahren in Indonesien lebt. Wir quasseln bis in die dunklen Abendstunden und müssen uns auf dem Rückweg zu unserer Bleibe jedes Mal vor Wildschweinen in Acht nehmen. In der sympathischen Tauchschule verbringen wir ebenfalls sehr viel Zeit. Zwei Ausflüge machen wir mit Adrian und Madi zum Fischen, welche durchaus von Erfolg gekrönt sind. So steht dem Grillfest zum Abschied nichts mehr im Wege.

Auch unsere Tauchausbildung schreitet voran. Wir machen zwei zusätzliche Scheine: Das Zertifikat des Tieftauchens ermöglicht uns noch einige Tauchgänge auf 30 m Tiefe zu erleben; zusammen mit Kate lernen wir beim Buoyancy Control Training die richtige Balance unter Wasser zu halten und drehen dabei noch einige Saltos. Wir tauchen fast jeden Tag, sichten die unterschiedlichsten Unterwasser-Lebewesen wie Muränen, Tintenfische, und an einem Tag sogar mehrere Riff Haie. Zum Abschied gibt es natürlich noch das versprochene Grillen mit der gesamten Mannschaft von Scuba Weh. An diesem Abend müssen wir uns von den besten Divebuddies der Welt verabschieden: Madi und Nasir – wir werden euch unglaublich vermissen.

Auf der schönen Insel Pulau Weh sind wir am nördlichsten Punkt Indonesiens und es ist bereits ein ganzer Monat vergangen. Vor uns liegen weitere 5000 km, es gibt noch einiges auf unserem Weg zu entdecken. Das Visum soll verlängert und Freunde eingeholt werden. Wir müssen unser liebgewonnenes Paradies nach etwas mehr als zwei Wochen leider verlassen. Mal sehen, wann es ein Wiedersehen gibt.