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Das rote Herz Australiens

NT

Ozeanien 2016-2017

Wir müssen zum ersten Mal ein ernsthaftes Problem an unserem Reisemobil beheben. Seit der Panne in der Wüste fahren wir nur noch im Vorderrad-Antrieb, was uns nur mittelmäßig gefällt. Immerhin konnten wir uns aus eigener Kraft in die nächste größere Stadt schleppen, nach Alice Springs. So manches mal entdeckten wir auf dem Weg dorthin Werbeschilder von Abschleppdiensten, die eine stolze Summe von 10.000 AUD für eine Bergung anbieten (z.B. aus der Simpson Desert). Kein Wunder, dass so viele verlassene Autowracks die australischen Pisten schmücken.

Viele Möglichkeiten hatten wir auch nicht. Alice Springs ist mit ihren 27.000 Anwohnern die einzige „große“ Stadt im roten Zentrum. Durch die gegebene Infrastruktur und touristische Relevanz ermöglicht sie uns an Ersatzteile zu kommen, wenn nicht vor Ort, so doch zumindest auf dem Postweg. Einen Mechaniker können und wollen wir uns nicht leisten.

Unser erster Eindruck von Alice ist nicht sonderlich positiv: es herrscht Chaos in den überfüllten Straßen, Polizeikontrollen erschweren zusätzlich das Vorankommen, die Vorbereitungen für die bevorstehende Finke Wüstenrally sind in vollem Gange. Zwar wollten wir uns das Event auch anschauen, allerdings in dem entlegenen Örtchen Finke. Nach der lieb gewonnenen Einsamkeit des Outbacks erscheinen uns die Menschenmassen wie eine Plage. Außerdem haben wir gerade andere Probleme, deshalb verziehen wir uns lieber auf einen ruhigen Campingplatz etwa 10 km außerhalb der Stadt und beginnen mit der Arbeit. 

Campground Mechanics

Die hinteren Steckachsen und Antriebsflansche haben ihre Verzahnung verloren, und unsere Rakete somit den Antrieb. Die Baustelle ist gut zugänglich, deswegen sollte es eigentlich keine große Sache sein, sofern wir die notwendigen Ersatzteile bekommen. Nach vielen Telefonaten, bei welchen wir Angebote einholen, wird letztendlich bei Triumph Rover Spares in Adelaide bestellt, vor Allem wegen ihrem Versprechen innerhalb von fünf Tagen zu liefern. Nun ist Warten angesagt.

Von den Australiern wird bei dieser Angelegenheit gerne der Umbau auf eine Heavy Duty Variante, den Maxi Drive, empfohlen, wofür wir uns auch entscheiden. Bei dem verstärkten Antriebsflansch wird die Verzahnung nicht mehr mit Fett geschmiert, sondern vom Differential-Öl. Einige notwendige Modifikationen kann Jonas ohne weiteres auf dem Campingplatz umsetzen. Ob es wirklich das Nonplusultra ist, wissen wir nicht. Hauptsache unser Defender fährt wieder als 4x4.

Nach zwei Wochen Camground Mechanics sind wir bereit für neue Offroad-Abenteuer. Dabei haben wir von Alice Springs kaum etwas gesehen. Die Menschen hier haben es uns aber angetan, die so weit weg von Allem (die nächste größere Stadt ist mindestens 1500 km entfernt) scheinbar einen ganz anderen Zusammenhalt entwickelt haben. Von der Hetze des letzten Reiseabschnitts, die wegen dieser unglaublichen Distanzen schon mal aufkommen kann, haben wir uns ebenso gut erholt.

Unseren letzten Abend verbringen wir mit vier Jungs aus Sidney. Sie versuchen innerhalb von drei Monaten einen weiten Bogen durch den australischen Norden zu ziehen – mit einer deutlich schnelleren Reisegeschwindigkeit, als wir uns mittlerweile zumuten würden. Wir fühlen uns an unsere Anfänge in Russland, Mongolei und China erinnert. Sie dagegen sind fasziniert von der Vorstellung, dass wir schon so lange reisen. Aber kommt es wirklich darauf an? Sind es vielleicht mehr die Beweggründe, die eine Reise so interessant werden lassen? Alles weitere ist doch lediglich eine Variation in der Umsetzung, eine persönliche Ausdrucksweise. Wie alte Freunde sitzen wir die halbe Nacht am Lagerfeuer und philosophieren über das Leben und die Welt. 

West Macdonnell Ranges

Wir entscheiden uns eine Runde auf dem so genannten Red Center Way zu drehen, um einige verpasste Ziele nachzuholen. Bei dieser ausgedehnten Rundfahrt werden wir gleich vier Nationalparks besuchen. Den Anfang machen die malerischen West Macdonnell Ranges, die sich über 200 km westwärts von Alice Springs erstrecken.

Wie der langgezogene Rücken einer Riesen-Echse zieht die Bergkette mit all ihren (dank der Schilder nicht wirklich verborgenen) Schatzkammern an uns vorbei. Die Straße ist gut asphaltiert und die Caravan-Vorkommen beachtlich. Darauf wollen wir uns jedoch nicht konzentrieren. Wir wissen, dass auf diesem Reiseabschnitt einige der bekanntesten Attraktionen Australiens liegen, die nicht ohne Grund solch hohe Besucherzahlen erzielen. Für uns ist es einfach eine neue Seite von Australien, die wir bisher noch nicht gesehen haben.

Auf Schritt und Tritt entdecken wir immer weitere Sehenswürdigkeit: Ellery's Creek, Serpentine Chalet und die großartige Ormiston Gorge. Mit rostroten Steinklippen, tiefen Schluchten und idyllischen Wasserlöchern sind alle ähnlicher Natur, doch gleichzeitig auf ihre eigene Weise einmalig. An der Sandbank des Flüsschens Finke schlagen wir für einige Tage ein Camp auf und genießen die Ruhe der Natur.

Dann fahren wir weiter mit einem Abstecher zum Gosses Bluff, einem Komet-Krater. Für die Aborigines ist dieser Ort heilig, da er mit Mythen aus der Traumzeit belegt ist. Interessant dabei ist, dass sich die Entstehungsgeschichte der ringförmigen Bergformation sowohl aus der wissenschaftlichen Sicht, als auch durch Geschichten der Ureinwohner deckt. So glauben die Aborigines, dass tanzende Frauen in der Milchstraße eines ihrer Babys zum Schlafen in eine Holzwiege legten. Diese kippte und stürzte samt dem Kind auf die Erde, wobei der Krater geformt wurde. Seitdem halten die Sterne jede Nacht nach dem verlorenen Himmelskind Ausschau.

Wir finden, dass es in beiden Fällen eine romantische Vorstellung ist, im Einschlagskrater eines Himmelskörpers zu stehen und genießen den stillen Zauber, den dieser einsame Ort inne hat.

Zum Kings Canyon

Der direkte Weg zum Kings Canyon führt uns auf dem Mereenie Track mitten durch Aborigine Land. Wir mussten uns im Vorhinein eine Erlaubnis besorgen, die uns berechtigt die Piste innerhalb von drei ausgewählten Tagen zu befahren. Halten, spazieren gehen, campen, oder sonst irgendwas ist hier strickt untersagt. Doch wie kommt es dazu, dass ein bestimmtes Gebiet zum Aborigine Land erklärt wird? Wie wird es von den Ureinwohnern genutzt und wie können wir es als solches erleben, ohne einen sichtbaren Unterschied wahrzunehmen?

Wir verstehen den Sinn für diese Erlaubnis nicht so ganz, denn sie ist gratis und ein jeder kann sie bekommen. Durch die ganze Aborigine Sache sind wir eh noch nicht durchgestiegen. Das erforderliche Dokument bekommen wir jedenfalls von weißen australischen Angestellten, nicht von den Ureinwohnern.

Am Ende des unasphaltierten Mereenie Loops finden wir den einzigen Platz, an dem Campen erlaubt ist. Von hier aus haben wir bereits eine kitschig schöne Aussicht auf die Formationen des Kings Canyon. Dingo-Gesang ist in der Nacht zu hören und wenn wir uns die biertrunkenen Gespräche der Camping Nachbarn wegdenken würden, könnten wir möglicherweise ahnen, wie die Ureinwohner diese Orte erlebten. Doch vielleicht ist es von ihnen gar nicht gewollt.

Heute sind wir nur weitere Touristen, die durch den Kings Canyon wandern. Es ist tatsächlich eine sehr spektakuläre Schlucht, die uns viele eindrucksvolle Augenblicke und Erinnerungen beschert. Der Schönheit der Natur kann man sich einfach nicht entziehen, obwohl wir langsam glauben, dass wir sie ganz anders erleben, als die Indigene Bevölkerung Australiens. Zu gerne würden wir für einen Moment die Welt mit ihren Augen sehen.

Endlich am Ayers Rock

Nach der Wanderung geht es auch schon weiter. Über 200 km fahren wir zügig durch einfaches Buschland und verwechseln beinahe Mount Conner, einen vergessenen (oder besser ignorierten) Tafelberg, mit dem Ayers Rock. Als die dritte große Erhebung neben Uluru und Kata Tjuta liegt dieser allerdings auf dem Privatgelände der Curtin Springs Farm und ist nur durch eine geführte (und somit teure) Tour erreichbar. Wir campen bei der Farm-Station und geben uns mit einem Blick aus der Ferne zufrieden.

Unser Zwischenhalt hat noch einen anderen Grund: Es regnet zwei Tage lang wie aus Eimern, und das hier, in einer der trockensten Regionen Australiens. Da für den Nationalpark um den Ayers Rock ein Parkpass erworben werden muss, welcher drei Tage Gültigkeit hat, beschließen wir das schlechte Wetter lieber auszusitzen. Nachts fallen die Temperaturen derweil auf -2 Grad. So kalt hatten wir es seit der Mongolei nicht mehr.

Die Sonne bricht langsam durch die tiefhängende Wolkendecke. Heute werden wir ihm begegnen, dem berühmten Felsen Uluru, wie sein Name in der Sprache der Ureinwohner lautet. Vielleicht liegen unsere Erwartungen sehr tief, da wir von allen gehört haben, er sei ja nur ein großer Stein, nichts weiter. Aber als wir an dem Aussichtspunkt ankommen und ihn zum ersten Mal mit unseren eigenen Augen sehen, sind wir einfach überwältigt.

Die ganze Landschaft hat für uns etwas Unwirkliches, wie nicht von dieser Welt. Das Land drum herum ganz flach. Und mitten in dieser Ebene liegt er da, strahlt irgendetwas erhabenes und ewiges aus. Doch neben all den Eindrücken fühlt es sich für uns auch gleichzeitig so an, als hätten wir einen Meilenstein erreicht. Als ob wir seit drei Jahren genau hierher unterwegs waren und nun endlich angekommen sind.

Wir lassen es langsam angehen. Nach dem ersten schüchternen Kontakt fahren wir hinter eine einsame Sanddüne außerhalb der Nationalparkgrenze und beobachten, wie der Ayers Rock seine Farbe im Schattenspiel der Sonne mit den Wolken verändert. Fließend, gar lebendig.

Uluru und Respekt

Am nächsten morgen wollen wir den Uluru zu Fuß umrunden. Geologisch gesehen ist der Ayers Rock wirklich ein einziger Stein, ein Monolith. Auch wird er als Inselberg bezeichnet, denn er ist tatsächlich ein durch Erosionsprozesse von der Umgebung abgekapselter Berg, der nunmehr alleine übriggeblieben ist – als Zeitzeuge einer Erde, die es so, wie er sie kannte, schon lange nicht mehr gibt. Sogar aus diesem Blickwinkel kann man es faszinierend finden, vor einem so großen Felsen zu stehen, dass man ganze 2,5 Stunden für seine Umrundung braucht.

Von der Parkverwaltung wird außerdem eine weitere Wandermöglichkeit angeboten, obwohl die Aborigines den Wunsch aussprechen, dass sie das nicht möchten. Es scheint eine offene Glaubensfrage bei jedem Besucher von Ayers Rock zu sein: klettern oder nicht? Für uns war es schon vorher klar, dass wir nicht auf den Uluru aufsteigen würden. Erstens finden wir, dass er von außerhalb viel schöner zu betrachten ist, und zweitens ist es aus unserer Sicht eine kleine Bitte mit großer Wirkung und für uns ein leichtes, jemandem einen Wunsch zu erfüllen.

Während wir bei unserem Spaziergang alle Seiten dieses Giganten betrachten, entdecken wir an manchen Stellen Schilder, die auf den Wunsch der Aborigines aufmerksam machen, in diesem Bereich nicht zu fotografieren. Es handle sich hierbei um eine für sie besonders heilige Glaubensstätte.

Wir laufen an einer Australierin vorbei, die ungeachtet der Schilder Fotos knippst. Uns ist es vollkommen egal, vermutlich gibt es sogar einen Grund, dass diese Entscheidung jedem selbst überlassen wird. Sie jedoch zuckt plötzlich zusammen: „Es ist nicht verboten,“ stottert sie uns entgegen „Es ist ja nur, ehm, wegen dem Respekt“. Was bedeutet diese Aussage und warum erklärt sie sich vor uns? Offensichtlich fühlt sie sich ertappt.

Traumzeit

Viele Mythen ranken sich um den eindrucksvollen Uluru. Jede Seite, jede Einkerbung, Narbe oder Sonderform erzählt eine andere Geschichte aus der Traumzeit. Der Begriff der Traumzeit ist dabei relativ komplex und vielschichtig und hat mit den Träumen, die wir beim Schlafen haben, nichts zu tun. Mehr ist die Traumzeit eine spirituelle Parallelwelt, aus der die echte Welt hervorgegangen sein soll. Beide existieren dabei gleichzeitig. Es scheint, als ob unsere materielle Welt das vergängliche Element darstellt, während die Traumzeit das Ewige ist.

Die Geschichten selbst, die wir an dieser Stelle nicht näher erläutern wollen, haben meistens bestimmte Schlüsselereignisse, welchen gewisse Konsequenzen folgen. Uns kommen sie vor, wie ein in Legenden verpackter Verhaltens- oder Moralkodex, der gleichzeitig geschichtliche Ereignisse festhält. Eigentlich gar nicht so fremd zu unserer christlich geprägten Welt.

Uluru stammt für sie den Überlieferungen nach direkt aus der Traumzeit. Er gilt unter anderem auch als ein bedeutendes Energiezentrum. Vielleicht sagen die Ureinwohner deswegen, dass Uluru noch träumt. Vielleich aber auch deswegen, weil man „Träumen“ besser als „Wirken“ interpretieren kann, was eine passendere Übersetzung wäre. Die moralischen Gesetze sind in den Uluru, den Stein der Ewigkeit, gemeißelt und sie wirken für sie Heute und immerwährend. (Abgeleitet davon wäre der Aufstieg auf den heiligen Felsen, als würde man die Kultur und den Glauben der Aborigines buchstäblich mit den Füßen treten.)

Noch einen Tag nehmen wir uns, um auch die wunderschönen Formationen der Kata Tjuta Erhebung zu entdecken. Dann verabschieden wir uns von den beiden Naturwundern und fahren langsam zurück nach Alice Springs.

Ein unerwartetes Offroad Highlight

Um nicht auf dem selben Weg zurück zu fahren, entscheiden wir uns für eine kleine Abkürzung. Von der Ernest Giles Road, die sich als eine Wellblechpiste von der schlechteren Sorte entpuppt, führt der Boggy Hole Track durch den Finke Gorge Nationalpark direkt nach Hermannsburg. Der ca. 100 km lange und nur mit Allradfahrzeugen befahrbare Pfad wurde uns von den Einheimischen als Geheimtipp empfohlen. Wir finden die richtige Abzweigung und schon geht das Offroad-Abenteuer los.

Der Boggy Hole Track stellt sich sogleich als ein unerwartetes Highlight heraus. Einsam führt er uns quer durchs Niemandsland. Hier fühlen wir uns so weit weg von jeglicher Zivilisation, als gäbe es nichts außer uns und der Wildnis. Wie auf einer Safari begegnen wir mal trägen Kamelhorden, mal ruhelos galoppierenden Hengsten. Auch abends gesellt sich eine Herde wilder Pferde zu uns. Als unseren Campingplatz haben wir wohl ihre Tränke ausgesucht. Wir sind überglücklich, diese erhabenen Tiere in freier Wildbahn beobachten zu können. Noch vor dem Einschlafen hören wir sie um unser Auto traben.

Die Landschaft selbst bietet eine ausgesprochene Vielfalt: wir überqueren rote Sanddünen, feinsandige Flussbetten, dann wieder steinige Abfahrten. Endlich ist es keine typisch Australische Gravel Road, sondern eine ernstzunehmende und herausfordernde Angelegenheit. Stellenweise zeigt uns lediglich eine einsame Fahrspur den richtigen Weg. Bis kurz vor Schluss begegnen wir keiner Menschenseele.

Unser Auto fordern wir so manches mal durch starke Schräglagen und Verschränkungen heraus. Doch der Defender arbeitet sich wie gewohnt durch jedes Gelände, ohne auch nur eine Miene zu verziehen. Letztendlich brauchen wir ganze 2 Tage für diese 100 wilden Kilometer. Wenn es nach uns ginge, könnte es mehr solcher Pisten in Australien geben.

Back in Time

Vielleicht ist uns der Kontrast zu groß, nach dieser wilden Abfahrt. Schon kurz vor dem Ende der Piste sehen wir ein paar Häuser, die uns an Schrottplätze erinnern. Überall liegt Müll. Hier leben die Aborigines. Wenig weiter fahren wir nach Hermannsburg ein, eine ehemalige deutsche Missionarssiedlung, die 1982 vollständig zurück an die Ureinwohner übergeben wurde.

Wir fühlen uns von den Eindrücken überfordert: Die Gebäude erscheinen trist und runtergelebt, Straßenhunde durchsuchen Mülltonnen nach Essbarem. So eine Lebensweise haben wir zuletzt in Sumatra beobachtet. Viele Bereiche der Siedlung dürfen nicht betreten werden. Den Campingplatz umwirbt die Besucher anstatt mit einer heißen Dusche lieber mit dem 3 Meter hoher Zaun, welcher das Gelände umgibt. Offenbar gibt es hier Probleme mit der Sicherheit. Wir tanken lediglich und fahren direkt weiter nach Alice. Zu sehr kommen wir uns vor wie Schaulustige.

Im Bundesstaat Northern Territory sind ca. 30 % der Einwohner Aborigines. Der Problematik, die wohl aus der schrecklichen Geschichte resultiert, begegnen wir hier quasi zum ersten Mal. Eine Meinung über die heutigen Zustände erlauben wir uns nicht zu bilden, was wissen wir auch schon darüber? Bisher haben wir höchstens an der Oberfläche gekratzt. Jedoch wird der Keil aus Vorurteilen, Missverständnissen und schlechten Erfahrungen immer offensichtlicher, welcher die beiden Kulturkreise spaltet.

Als wir in Alice Springs ankommen, mahnt uns die Campingplatzbesitzerin zum Aufpassen: Vorfälle von Kinder-Vandalismus seien in den letzten Wochen häufiger vorgekommen, und Diebstahl in der Stadt. „Sie wissen einfach nicht, was sie tun sollen.“ - versucht sie verständnisvoll zu erklären. „Keiner weiß es.“ 

Heute Nacht träumen wir, von einer Welt in der die Geschichte einen anderen Lauf genommen hat. In der es eine Lösung gibt. Wie würde sie wohl sein? Und was könnte man jetzt noch machen? Scheinbar gibt es darauf keine richtige Antwort. Was wir immer öfter in den Gesichtern der Menschen sehen, sind Unzufriedenheit mit der Situation auf beiden Seiten, vielleicht sogar Ausweglosigkeit. Natürlich entstehen aus dieser Unmut immer weitere Probleme.

Nun denn, wir hatten hier, im roten Zentrum, eine durchaus intensive Zeit. Alice Springs sagen wir erstmal Lebe Wohl und fahren 1500 km in den Norden, nach Darwin.