Unsere Reise als Buch

Am 15.04.2026 erscheint mein Buch mit dem Titel „Das Weite suchen“ über unsere zurückliegende Overlandreise von Deutschland nach Australien. Ich habe mehrere Jahre daran gearbeitet und bin nun unglaublich aufgeregt, wie es in der Öffentlichkeit ankommen wird! Denn es enthält viele intime Erlebnisse und Gedanken. Das zu schreiben war definitiv eine Reise für sich und hat von mir einiges abverlangt. Und während ich noch immer daran arbeite, es fertig zu stellen, möchte ich dich an dessen Entstehungsprozess teilhaben lassen.
Intothefar Stories - Unsere Reise als Buch

Die Idee dazu hatte ich eigentlich sofort nach unserer Rückkehr aus Australien im Sommer 2018. Nach so einer langen Reise platzte ich beinahe von all den Geschichten, die wir unterwegs gesammelt haben. Und doch habe ich zunächst darauf verzichtet, ein Buch darüber zu schreiben. Ich glaube ich wollte mich nicht zu lange mit der Vergangenheit aufhalten, sondern lieber der Zukunft widmen.

Unzusammenhängenden Episoden unserer Reise gaben wir von da an immer mal wieder in geselligen Runden zum Besten. Den Zuhörenden gefiel unser Erzählstoff, denn er sorgte für Lacher und brachte zum Nachdenken zugleich. Oft wurden wir dann gefragt, warum wir nicht mal ein Buch schreiben. Jonas beteuerte stets, er hätte nicht die Geduld dazu, doch ich könnte mir das durchaus vorstellen. Schon seit meiner Jugend ist kreatives Schreiben neben Kunst eine meiner größten Leidenschaften. Also habe ich irgendwann gesagt:

„Scheiß drauf! Ich mach das jetzt einfach!“

Das war bereits 5 Jahre nach unserer Rückkehr. Zum Glück gab es viele Aufzeichnungen zu unserer Reise, denn währenddessen habe ich einen lückenlosen Reiseblog geführt. Um die Erinnerungen wieder aufzufrischen, las ich erstmal alle meine Berichte von damals, durchwühlte Notizen und schaute unzählige Fotos an. Und so machte ich mich an die Arbeit.

Der erste Entwurf

Im Winter 2023 habe ich motiviert die ersten Kapitel zu Papier gebracht, danach jedoch ging es nur schleppend voran, weil sich an unserem Campingplatz-Projekt mal wieder die Dinge überschlagen haben. Erst im Herbst hat mich die Muse wieder gepackt. Da sind wir gerade mit unserem Camper für einige Monate nach Spanien und Portugal verreist, um Abstand von den Alltagsbelastungen daheim zu gewinnen.

Diese Zeit nutzte ich, um über unsere früheren Erlebnisse und Entscheidungen zu reflektieren. Die Frage zu klären, ob wir seitdem die richtige Richtung eingeschlagen haben, und wo wir nachjustieren könnten. Und dabei half es natürlich über unsere vierjährige Reise nachzusinnen, als wir uns so frei und ungebunden gefühlt haben und das Leben in vollen Zügen auskosteten, auch wenn auch dieses Leben nicht immer einfach war.

Als ich etwa die Hälfte fertig hatte, brauchte ich dringend Feedback. Timm nahm sich dieser Aufgabe an, ein Kumpel von Jonas, der als Lektor für ein Wirtschaftsmagazin arbeitete und somit vom Fach war, wenn auch in einem anderen Genre zuhause. Er war der erste Mensch, der mein Buch las. Während er den Text nach dem Roten Faden und Struktur prüfte, motivierten er mich durch seine positiven Anmerkungen nicht mittendrin aufzugeben.

Primär ging es darum einen fassbaren Bogen um die Geschichte zu spannen. Da es mir anscheinend gut gelang, habe ich weitergeschrieben und parallel dazu das bereits Vorhandene überarbeitet. So ging es über Monate in Vollzeit weiter.

Fast beim Verlag gelandet?

Im Februar 2024 ist mein Erstlingswerk komplett fertig geworden. Zur gleichen Zeit kam ich über zufällige Kontakte an die Lektorin vom Malik Verlag, welcher auf Reiseliteratur spezialisiert ist. Ihr gefiel meine Geschichte. So richtig hoffnungsvoll wurde ich aber erst, als sie ankündigte mein Buchprojekt innerhalb des Verlags vorstellen zu wollen, obwohl sie erst die Hälfte davon gelesen hatte.

Leider erhielt ich danach eine Absage. Ich war enttäuscht, gleichzeitig aber auch beeindruckt, wie weit mein Buch doch gekommen ist. Denn nur ein winziger Bruchteil aller Manuskripte wird so genau geprüft. Bei Piper (also dem Mutterverlag von Malik) schafft es zum Beispiel nur eines von 5.000 (unverlangt) eingereichten Manuskripten bis zur Veröffentlichung (Quelle). Es wäre auch zu schön gewesen, wenn es ausgerechnet mein Buch geschafft hätte.

Ich beschloss mich von einer Absage nicht unterkriegen zu lassen. Also erstellte ich ein Exposé mit Leseprobe, das ich an fünf weitere namhafte Verlage schickte, die Reiseliteratur im Programm führen. Leider führte diese Strategie ebenfalls nicht zum Erfolg. Doch irgendetwas hatte ich auch richtig gemacht, denn vier davon antworteten mir immerhin persönlich und fanden meine Buchvorstellung generell interessant.

Wie weitermachen und geht es auch ohne Verlag?

Der häufigste Grund für die Absage war die Aktualität unserer Reise, also weil sie zu lange zurück liegt. Das konnte ich weder ändern noch nachvollziehen, schließlich handelt es sich bei meinem Buch nicht um einen Reiseführer, sondern um eine persönliche Erzählung. Doch ich musste es so akzeptieren. Und weil ich nun nicht wusste, wie ich weiter machen soll, legte ich mein Buchprojekt wieder beiseite.

Erst im Herbst 2024 kam der nächste Motivationsschub, nachdem uns Freunde besucht haben, Christopher Many und Laura Pattara. Beide sind Reiseautoren und Chris stand gerade kurz vor der Veröffentlichung seines dritten Buches. Seit seiner schlechten Erfahrung mit einem Verlag schwört er auf KDP-Selfpublishing. Und bei dieser Option, über die ich bereits nachdachte, konnte er mich bestens beraten.

Ziel war es nun, meinen laienhaften Text in ein hochwertiges Manuskript zu verwandeln, und dafür brauchte ich ein professionelles Lektorat. Ohne einen Verlag, der diese Aufgabe übernimmt, sollte es ein kostenintensiver Posten werden, doch das war es mir mittlerweile wert.

Bevor es aber in diese Phase ging, wollte ich meinen Text um ein Viertel kürzen. Damit würde ich Kosten sparen, sowohl beim Lektorat, als auch später im Druck. Mit über einer Million Zeichen, was etwa 550 Normseiten im DIN A4 Format entspricht, war mein Buch viel zu lang geworden. Nicht nur enthielt es zu viele unnötige Details, auch sprachlich war ich unzufrieden, denn wenn man eine Million Zeichen schreibt, ist man am Ende besser geworden. Der Anfang gefiel mir überhaupt nicht mehr. Also begann ich, die ersten Kapitel neu zu schreiben. Doch dabei blieb es nicht.

Von einer Revision zur nächsten …

Mittlerweile hat Chris sein neues Buch durch das Weihnachtsgeschäft gebracht und bot mir an, mich bei der Revision zu unterstützen. Das war eine besondere Ehre für mich, denn keiner hätte wohl besser meine Erzählungen nachvollziehen und gleichzeitig überprüfen können, als ein Reisebuchautor, der in all den Ländern selbst gewesen ist.

Den ganzen Winter 2024/25 schickten wir uns mein Manuskript hin und her, welches Chris mit abertausenden Kommentaren versehen hat, die ich nach und nach abarbeite. Diese hatten nichts mit Streicheleinheiten zu tun, doch ich war dankbar für diese Art von Kritik. Denn sie kam von einem wohlwollenden Freund und nicht von einem fremden Hater. Jedenfalls kam es mir danach vor, als hätte ich mein ganzes Buch neu geschrieben. Doch damit war es noch immer nicht fertig.

Im Mai 2025 begann die dritte Revisionsphase, und zwar kam es in die fähigen Hände von Dr. Sigrun Künkele, eine Lektorin, die mir Chris vermittelt hat. Mir machte es richtig Spaß mit ihr zu arbeiten! Einzelne Passagen, die noch immer zu schwammig erzählt waren, konnte ich dann ergänzen oder verändern, bis alle meine Aussagen klar und nachvollziehbar waren. Sprachlich korrigiert, und dabei blieb es trotzdem meins. In dieser Phase durfte auch Jonas endlich das ganze Buch lesen, um letzte Ungereimtheiten zu bereinigen.

Text ist fertig, jetzt geht es an die Gestaltung

Erst seit November 2025 ist die Textarbeit komplett abgeschlossen. Seitdem befinde ich mich in der Designphase. Nun arbeite ich gefühlt mit einer anderen Gehirnhälfte und zwar am Cover und Buchsatz, an Illustrationen und Kartenzeichnungen. Das mache ich alles selbst, denn mein Buch wird vollständig Handmade, also ohne Hilfe von KI erstellt. Und weil ich neben dem Schreiben genauso das Zeichnen liebe und mich auch dabei austoben will.

Ich vermute, ein Buch zu schreiben und zu veröffentlichen, davon träumen viele. Und für viele bleibt es ein Traum. Denn wichtig ist nicht nur eine interessante Geschichte, oder die Fähigkeit sich auszudrücken, sondern auch das Durchhaltevermögen. Ich selbst hatte den Aufwand zu Beginn völlig unterschätzt. Umso glücklicher bin ich, dass mich so viele Menschen im Verlauf unterstützt und motiviert haben, es bis zum Ende durchzuziehen. Dafür bin ich super dankbar!

Veröffentlichung steht kurz bevor!

Das Weite suchen erscheint erstmalig am 15. April 2026 bei Amazon, sowohl als Taschenbuch, als auch als E-Book. Zusätzlich plane ich das E-Book auch bei anderen Plattformen zu veröffentlichen. Und ab dem 24. Juli 2026 soll das Taschenbuch zusätzlich bei Tolino Media erschein. Dann kannst du es auch in jedem Buchhandel bestellen. Ich hoffe auch du unterstützt mich dabei weiter zu machen, indem du mein Buch kaufst!

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