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Die andere Seite von Java

Indonesien

Asien 2014-2016

Da sind wir: Java, die bevölkerungsreichste Insel der Welt. Sowohl durch die Erzählungen anderer Reisender, als auch durch die gegebenen Fakten, begegnen wir der Insel mit einem Vorurteil, denn allein auf Java leben genauso viele Menschen wie in dem größten Land der Erde, Russland. 143 Millionen – bei einer Gesamtfläche von 126.700 km² ergibt sich eine Bevölkerungsdichte von über 1000 Einwohner pro Quadratkilometer (Stand 2010). In Deutschland dagegen sind es lediglich 229 Einwohner pro Quadratkilometer. Wir erwarten überfüllte Straßen, klaustrophobische Zustände, Chaos.

Die Hauptstadt Jakarta, welche als ein gewaltiger Moloch beschrieben wird, gilt es mit der höchsten Priorität so großräumig wie möglich zu umfahren. So biegen wir als erstes in den Süden ab und fahren an der Küste entlang weiter Richtung Osten.

Doch um etwas Spannung vorweg zu nehmen, müssen wir an dieser Stelle sogleich gestehen, dass wir während des gesamten Aufenthalts scheinbar eine ganz andere Seite von Java kennenlernen dürfen. Durch strategische Routenplanung, oder auch aus Zufall, können wir die Ballungszentren umgehen und finden entgegen aller Erwartungen beinahe einsame und unberührte Natur. Java überrascht uns von Anfang an.

Entlang der Südküste

Zwei Tage Fahrt, nur ein einziges „Hallo, Mister!“. Die Straßenverhältnisse sind angenehm, der Verkehr hält sich durchaus in Grenzen, die Menschen begegnen uns auf eine überraschend höfliche Art und Weise. Nach der herausfordernden Zeit im Süden Sumatras können wir erleichtert aufatmen. In der Cimaja-Gegend quartieren wir uns im Biker’s Waroeng ein – eine nette Bungalow-Anlage, geführt von einem Deutsch-Indonesischen Paar. Eigentlich ist es genau das, was wir uns von Krui, Süd Sumatra, erhofft haben. Wir lassen ein paar Tage die Seele baumeln, doch dann müssen wir uns, arbeitsbedingt, wieder auf den Weg machen. Leider sind die Wellen zu laut, um Konferenzen über Skype abzuhalten. Mensch, haben wir Probleme.

Laura und Chris, mit denen wir gemeinsam unterwegs sind, haben leider weiterhin Probleme mit Pixie, Lauras Motorrad. Drei Tage fahren wir entlang saftiger Reisfelder zu unserem nächsten Ziel, an welchem wir länger bleiben wollen. Zwar durchsetzen auch hier stellenweise Schlaglöcher die Straße, da es jedoch kein Dauerzustand ist, kommen wir recht gut voran. Lauras Motorrad schafft es mit Ach und Krach über kurzen Distanzen. Als wir in Yogyakarta ankommen, ist es früher Nachmittag. Laura und Chris hätten schon längst da sein müssen. Wir machen uns Sorgen.

Nach Stunden erfahren wir, dass sie tatsächlich liegen geblieben sind. Glücklicherweise können sie einen Transport organisieren, der sie nach Yogyakarta bringt. Wir erwarten sie währenddessen mit einer echten italienischen Pizza. Ja, richtig, wir sind wieder in der Zivilisation angekommen. Es gibt Ampeln, Supermalls, McDonalds und Lieferservice, und nicht weit weg eben auch einen Mechaniker, der sich ihrer Sache annehmen kann. Doch das ist eigentlich nicht unsere Geschichte.

Stadtleben in Yogya und Solo

Yogyakarta (kurz: Yogya) und Surakarta (kurz: Solo), welche 40 km weit auseinander liegen, haben  eine große historische Bedeutung in der traditionsbewussten javanischen Kultur. Abgesehen davon, dass Yogya durch die vielen Bildungseinrichtungen auch noch zu einer Universitätsstadt geworden ist, ist die Region das einzige politisch existente Sultanat in Indonesien. Wir verlieben uns gleich in die lebendige und doch entspannte Atmosphäre. Laura und Chris ziehen auf der Suche nach einer geeigneten Werkstatt weiter nach Solo. Wir bleiben, um zu bleiben.

Vermutlich hätten wir dieser doch recht interessanten Stadt bei anderen Umständen, wenn überhaupt, nur einen kurzen Besuch abgestattet. Doch wir spüren eine enorme Erschöpfung durch die Anstrengungen der letzten Monate, die hauptsächlich aus langen Fahrten bestanden. Außerdem haben wir noch einige Arbeitsaufträge zu erledigen, sowie kleinere Reparaturen am Auto vor zu nehmen. So mieten wir für einige Wochen ein feines Zimmerchen, genießen das Nichtfahren und das Stadtleben in vollen Zügen.

Um Laura und Chris mental zu unterstützen mieten wir uns eines Tages einen Roller und fahren sie in Solo besuchen. Auf dem Weg beobachten wir aus der Ferne den majestätischen Merapi-Vulkan, der zu den gefährlichsten Vulkanen der Welt zählt. Solo an sich können wir nicht viel abgewinnen – der Verkehr staut sich in den unübersichtlichen Straßen, alles ist von Abgasen umhüllt. Doch das Homestay von unseren Freunden entpuppt sich als eine kleine Oase. Wir verbringen den halben Tag am Pool der traditionell erbauten Pension und erfinden so einige Wasserspiele. Abends geht es wieder zurück nach Hause.

Islam in Indonesien

Dann wollen wir endlich wissen, was es mit diesem Sultanat auf sich hat und verbinden unsere Forschung mit einem Ausflug ins Zentrum der Stadt. Wir schlendern durch den, um ehrlich zu sein, nicht sehr beeindruckenden Sultan-Palast, das Zuhause des noch heute lebenden islamischen Herrschers. Natürlich sind nur Teile des Palastes der Öffentlichkeit zugänglich. Hamengku Buwono X, der aktuelle Sultan von Yogyakarta, genießt übrigens mit seinem Titel automatisch einen Anspruch auf das Gouverneursamt. Eigentlich unvereinbar mit der Demokratie in Indonesien, doch scheint der Sultan einen überaus hohen Zuspruch innerhalb der Bevölkerung zu haben, denn er gilt als unbestechlich.

Indonesien ist der Staat mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit. 88% der 250 Millionen Einwohner gehören dem Islam an. Die Auslegung des Islams unterscheidet sich stark nach Region und der dort lebenden Ethnien. Der sich z.B. in Java im 15. Und 16. Jahrhundert ausbreitende Islam vermischte sich stark mit den lokalen ethnischen Religionen, sowie dem hindu-buddhistischen Glauben, welcher über viele Jahrhunderte zuvor praktiziert worden war. So spricht man auf Java von einem gemäßigten Islam. Heute sieht man die Mischeinflüsse in dem Baustil der Moscheen, traditionellen Bekleidungen und den Künsten, wie das javanische Schattenspiel. Die festen Bestandteile des Islams, wie das tägliche Gebet und die Feier des Ramadans, gehören weiterhin zum Alltag.

Apropos Ramadan, gerade hat der Fastenmonat begonnen. Auf den Straßen ist tagsüber nur sehr wenig los, doch abends sprießen die kleinen Stände mit Essen wie Frühlingsblumen aus dem Boden. Aus Respekt verzichten wir auf Rauchen, Essen und Trinken in der Öffentlichkeit während der Tageszeit, obwohl es auch ein großes Verständnis von Seiten der muslimischen Bevölkerung anderen Glaubenskreisen gegenüber gibt, zumindest hier in der Stadt.

In der Zeitung lesen wir, dass in manchen Teilen Javas streng orthodoxe Muslime eine Ramadanpolizei aufstellen wollen, die mit Patrouillen kontrollieren soll, ob auch alle die Regeln einhalten. Die indonesische Regierung droht solcher religiöser Selbstjustiz allerdings mit Verhaftungen, denn im Gegensatz zu anderen mehrheitlich muslimischen Staaten ist Islam in Indonesien keine Staatsreligion. Die Ideologie der demokratischen Republik erkennt alle fünf Weltreligionen gleichermaßen an, die Regierung bemüht sich unter dem Motto „Einheit in Verschiedenheit“ um Toleranz. Ob es generell und landesübergreifend gelingt ist eine andere Frage.

Der buddhistische Tempel Borobudur

Als Kontrastprogramm wollen wir uns auch einen Zeitzeugen aus der hindu-buddhistischen Geschichte von Java anschauen. Mit einem gemieteten Roller fahren wir zu einer der größten buddhistischen Anlagen Südostasiens, zum Tempel Borobudur, welcher zum UNESCO Weltkulturerbe gehört. Erbaut wurde das Monument, als geistliches Zentrum des Buddhismus auf Java, um das Jahr 800. Aus bisher ungeklärten Gründen geriet das Bauwerk nur wenig später in Vergessenheit und lag seit dem über 1000 Jahre unter der Erde begraben. Bis zum 18. Jahrhundert waren die von Pflanzen überwucherten Ruinen deswegen lediglich als der Borobudur-Hügel bekannt, dann wurde er von Europäern entdeckt und ausgegraben. Die Restaurierungsmaßnahmen starteten allerdings erst in den 70er Jahren, seit nun mehr als 30 Jahren ist die Tempelanlage für die Öffentlichkeit zugänglich.

Wir haben Glück, dass gerade Ramadan ist. Eigentlich ist der Borobudur eine beliebte Sehenswürdigkeit, nicht nur für ausländische Touristen. Fast ungestört wandern wir dank des Ausbleibens der Menschenscharen zunächst durch die gepflegten Gartenanlagen um den Tempel, bis wir schließlich den pyramidenförmigen Stupa betreten. Von Stockwerk zu Stockwerk bestaunen wir die Reliefgalerien, die aneinandergereiht fünf Kilometer lang sein sollen. Auf den oberen Terrassen, mit einem Ausblick auf die umgebende Landschaft, befinden sich mehr als 70 glockenförmige Stupas.

Insgesamt beeindruckt uns Borobudur sehr, was unter anderem daran liegt, dass wir von allen in Ruhe gelassen werden. Keine „Hello Mister’s“, keine Selfies, selbst die Souvenir-Verkäufer haben nicht genug Energie, um aufdringlich zu sein. Leider bleibt dieses monumentale Bauwerk in unserer Erinnerung nichts weiter als eine schön restaurierte Ausgrabungsstätte. Nichts lebt hier mehr von der Kultur, die diesen Tempel einst erschaffen hat. Viel zu gerne hätten wir von dieser Lebensweise mehr erfahren.

Der beeindruckende Bromo

Nach drei Wochen in Yogyakarta sind wir wieder frisch und bereit für neue Abenteuer. Weiter auf unserem Weg Richtung Osten liegen zwei beeindruckende Vulkane, die wir uns nicht entgehen lassen wollen. Nach zwei Tagen Fahrt bei extremen Regenfällen erreichen wir die südliche Auffahrt zum Bromo-Tengger-Massiv. Im Nebel fahren wir durch einen mit Moos bewachsenen Wald, dann entlang landwirtschaftlich genutzter Felder, die wie ein Flickenteppich die Hügel bedecken, bis wir schließlich auf 2100 Höhenmetern die Caldera erreichen.

Die Landschaft verändert sich schlagartig, teilweise fühlen wir uns wie in einem ganz anderen Land. Die Graslandschaft erinnert uns sehr stark an die Mongolei. Der Bromo selbst müsste hinter dem vor uns liegenden Kraterrand eines anderen Vulkans liegen, denn er ist lediglich der jüngste der fünf aufeinander liegenden Stratovulkanen. Wir beschließen vor lauter Überwältigung als erstes ein Camp unter der nächsten Baumgruppe aufzuschlagen und uns das eigentliche Schauspiel am nächsten Tag anzuschauen. Dicke Decken werden rausgeholt, warme Schuhe und Kleidung – auf dieser Höhe kann es nachts schon mal Null Grad werden. Nach der tropischen Hitze der letzten Zeit genießen wir diesen Zustand jedoch gerne.

Ein Nebelmeer verschwindet nach und nach mit den ersten Sonnenstrahlen und gibt die Sicht auf eine weite Savanne frei, umringt von einer grünbewachsenen Wand des Caldera-Randes. Als wir am nächsten Morgen aufwachen, können wir uns an der Landschaft, die uns umgibt, kaum satt sehen. Wir packen zusammen und wollen auf Erkundungsfahrt gehen, doch der Defender streikt. Seit Thailand fahren wir ohne Glühkerzen durch die Gegend – wer hätte gedacht, dass wir sie bis Australien je wieder brauchen. Was nun? Jonas hat eine Idee: „Vielleicht sind nicht alle Glühkerzen kaputt, sondern nur ein Paar?!“ Das Relais ist ganz sicher Schrott, also fliegt es raus. Glühkerzen wieder dran, starten… nach dem dritten Versuch schafft er es tatsächlich! Glühkerzen bei laufenden Motor abklemmen und weiter geht’s.

Wieder freuen wir uns über den Ramadan-Monat, denn erneut ermöglicht er uns die beliebtesten Sehenswürdigkeiten beinahe alleine zu besuchen. Normalerweise zählt Bromo 500 Besucher täglich an normalen Wochentagen und bis zu 2000 an den Wochenenden. Heute begegnen uns maximal 50 Touristen, was wirklich nicht viel ist, wenn man die Größe des Areals betrachtet. Die Meisten machen eine Tagestour mit einem lokalen Führer im Toyota, da fällt der Landy auf wie ein bunter Hund.

Wir kämpfen uns die Treppen rauf zu dem Höllenschlund des Bromo, der seit Ende des letzten Jahres nicht mehr weißen Dampf, sondern eine dunkle Aschewolke ausstößt. Der beißende Schwefelgeruch raubt uns beinahe den Atem, als wir uns dem Kraterrand nähern. Doch das Gefühl direkt in den Abgrund eines der aktivsten Vulkane Indonesiens zu schauen ist unbezahlbar. Auch die Aussicht ist einmalig. Als der Bromo zu grummeln anfängt, verschwinden wir lieber.

Es ziehen Wolken auf, also fahren wir wieder zurück zu unserer Baumgruppe für eine weitere Nacht inmitten dieser spektakulären Natur. Am nächsten Morgen verabschieden wir uns von diesem besonderen Ort auf dem berühmten Aussichtspunkt zum Sonnenaufgang, der eine Sicht auf die riesige Caldera und den großen Semeru im Hintergrund bietet.

Der Vulkan Ijen

Über die Nord-Ost-Route verlassen wir Bromo Richtung Nordküste. Eine Nacht verbringen wir in einem Hotel, um ausgiebig zu Duschen und die Vulkanasche aus der Fahrerkabine zu entfernen. Hier gibt es eigentlich nichts außer Industrie und LKW-Verkehr, also fahren wir direkt wieder in die Berge zu unserem nächsten Ziel, dem Vulkan Ijen. Auch der Ijen ist kein Einzelgänger, sondern gehört zu einem riesigen Vulkankomplex. Allerdings ist er wegen dem 41 Hektar großen und säurehaltigen Kratersee am bekanntesten und wird von Geologen als „das größte Säurefaß der Erde“ bezeichnet.

Wieder auf dem kühlen Hochland erstrecken sich über die weitesten Teile Kaffee-Plantagen, sowie kleinere Dörfchen, die überwiegend von dem Agrotourismus leben. Wir essen ein Nasi Goreng, als sich Brian, ein Australier, der seit über 10 Jahren in Bali lebt, dazugesellt. Ein ruhiger und intelligenter Typ, wir haben uns viel zu erzählen. Nach einem Bad in den heißen Quellen neben seinem Guesthouse laden wir ihn ein, mit uns in der Nacht den Ijen zu bewandern. Um 1 Uhr nachts treffen wir uns am Campingplatz vor dem Beginn des Wanderpfades, der zum Kratersee führt.

Bevor wir im Auto eine Mütze voll schlaf nehmen wollen, war der Platz wie leer gefegt. Doch nun wimmelt es nur so von Tourguides, auf der Suche nach Arbeit, und Touristen, die die berühmten „Blauen Flammen“ sehen wollen, so wie wir. Einen Guide brauchen wir nicht, denn offensichtlich sind wir hier nicht alleine. Auch dutzende Mienenarbeiter, die in dem Krater Sulfid abbauen, laufen den gleichen Weg. Brian, der fließend Indonesisch spricht, unterhält sich mit einem der Arbeiter auf dem Weg nach oben: 70-90 Kilogramm Schwefel tragen die Männer bis zu zwei Mal in der Nacht aus der Miene. Gerade mal 2,50-3,50 € gibt es pro Lieferung. „Andere Arbeit in der Region ist bei weitem nicht so lukrativ!“ – erzählt uns der kleine zierliche Mann. Dafür riskiert er bereitwillig seine Gesundheit.

Der Schwefeldampf ist hochgiftig. Beim Abstieg zum See, wo wir den einzigartigen Schwefelbrand beobachten, der sich in saphirblauen Flammen manifestiert, tragen wir eine ausgeliehene Gasmaske. Nur die wenigsten Mienenarbeiter verfügen über solch eine Ausrüstung. Eine eigenartige Mischung aus Touristen, mit Kameras und Gasmasken bewaffnet, und schwer schuftenden Mienenarbeitern in Flipflops bevölkert jede Nacht aufs Neue den mystisch anmutenden Ijen.

Zum Sonnenaufgang laufen wir auf die andere Seite des Kraters und lassen uns von den ersten Sonnenstrahlen wärmen. Der Anblick des türkisblauen Sees lässt sofort die Müdigkeit der schlaflosen Nacht vergessen.

Doch am Meisten bewegt uns das harte Leben der Mienenarbeiter. Mit einem anderen Mann, der seine Schicht gerade beendet hat, unterhalten wir uns beim Abstieg. Er lächelt unbekümmert und sagt: „Ach, das haben wir schon immer gemacht und werden es weiter machen. Immerhin gibt es Arbeit!“. Übrigens mag er Deutsche sehr gerne, weil sie so viel lachen.

Der Abschied von Java

Nach einem weiteren entspannenden Bad in den heißen Quellen verabschieden wir uns von Brian. Die letzten 24 Stunden, die wir zusammen verbracht haben, entwickelten sich zu einer sehr intensiven Begegnung. Auf Brians Empfehlung hin fahren wir in das Herz des Ijen-Hochlands und übernachten bei einem längst erloschenen Vulkankrater, der uns ebenso an die Mongolei in Kleinformat erinnert. Leider entdecken wir schlimmen Schimmelbefall in unserer Wäsche (auf unerklärliche Weise ist Feuchtigkeit ins Innere gezogen). Die Stinke-Sachen hängen wir erstmal zum Trocknen auf. Leicht verärgert, ziemlich erschöpft aber unerschüttert glückselig genießen wir die letzte Nacht auf diesem schönen Fleckchen Erde, das wir entdecken dürfen.

Nur noch 40 km trennen uns von der nächsten für uns einfach erreichbaren Insel. Wir verlassen die Hochebenen und machen uns auf zur Fähre. Schon erstaunlich, dass es auf dieser überbevölkerten Insel so einsame Plätze zu finden gibt – damit haben wir nicht gerechnet. Von moderner Infrastruktur bis zu Naturwundern war alles dabei, eben auch Platz zum Durchatmen. Wir sind froh, Java nicht nur im Transit durchquert, sondern etwas näher kennen gelernt zu haben.

Und was kommt als Nächstes? Mit Brian unterhielten wir uns viel über verschiedene Ethnien auf Java, denn er ist vom Beruf Anthropologe. Gerade schreibt er ein Buch darüber, wie die indigenen Kulturen ausgesehen haben und ist zwecks Recherche auf Java unterwegs. Auch wir haben uns oft gefragt, wie Indonesien wohl aussehen würde, wenn nicht der Islam sich ausgebreitet, sondern die ursprüngliche Kultur überlebt hätte. Vielleicht finden wir die Antwort auf Bali.