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Ein Roadtrip durch das wilde Sumatra

Indonesien

Asien 2014-2016

Wir sind zurück auf Sumatras Festland, zurück in Banda Aceh. Hier wollen wir nicht lange verweilen, denn vor uns liegen knappe 3000 km auf dem Weg in den Süden, bis wir die nächste indonesische Insel Java erreichen – Sumatra ist flächenmäßig die sechstgrößte Insel der Welt. Bevor wir jedoch diesen langwierigen Roadtrip in Angriff nehmen, besuchen wir noch ein trauriges Denkmal der Stadt: das Tsunami-Museum.

Nicht wenigen ist Banda Aceh ein Begriff: Das drittstärkste jemals aufgezeichnete Seebeben mit einer Magnitude von 9.1, welches sich im Jahr 2004 ereignete, löste eine Reihe von verheerenden Tsunamis im indischen Ozean aus. Dadurch wurde die Stadt stark zerstört, küstennahe Stadtteile wurden fast vollständig vernichtet. Mehr als 25.000 Menschen kamen alleine in Banda Aceh ums Leben, 140.000 weitere in anderen betroffenen Küstengebieten Indonesiens. Das Epizentrum lag lediglich 85 km von der Nordwestküste Sumatras entfernt.

Wir stehen in einem 2.600 Tonnen schweren Schiffswrack, das heute ein Museum beherbergt und den Opfern dieser Naturkatastrophe gedenkt. Das Schiff wurde durch die 20 m hohe Tsunamiwelle mehr als 3 km ins Landesinnere getragen. Wir sehen einige historische Fotos, sowie Animationen, welche die Entstehung der Tsunamis zeigen. Heute, mehr als 10 Jahre später, merkt man nicht mehr viel von der massiven Zerstörung. Mit Hilfsgeldern und Spenden wurde die Stadt wieder aufgebaut, die Betroffenen erhielten ein neues Zuhause.

Auf einer brandneuen Straße fahren wir hunderte Kilometer entlang der Westküste, die uns ebenso wie ein Mahnmal daran erinnert, was nach diesem schweren Unglück alles erneut aufgebaut werden musste.

Entlang der Westküste

Dank der guten Straße, bei gleichzeitig nur wenig Verkehr, kommen wir gut voran. Bereits zur Mittagszeit haben wir 100 km zurückgelegt und machen eine Pause in einem lokalen Restaurant am Berghang mit einer atemberaubenden Aussicht auf zwei kleine vorgelagerte Inseln. In den Bäumen tummelt sich eine Gruppe schwarzer Gibbons, die lauthals ein Theater veranstalten und so ihr Revier markieren. Insgesamt ist dieser Streckenabschnitt einer der schönsten unserer bisherigen Reise: Mal fahren wir durch verwilderten Dschungel, mal entlang ewig weiter und menschenleerer Strände, an welchen der Ozean seine ganze Naturgewalt mit meterhohen Wellen demonstriert.


Als es langsam Abend wird, halten wir an einem typisch indonesischen Restaurant, das viele kleine Bambushüttchen in Strandnähe für ihre Gäste aufgestellt hat, an die man direkt mit seinem Fahrzeug fahren kann, um dort zu speisen. Wir essen erstmal ein Nasi Goreng und halten einen Plausch mit dem englisch sprechenden Sohn der Betreiber. Es scheint ein perfekter Ort zu sein: „Entschuldigung, wir sind heute lange gefahren und sind schon sehr müde. Dürften wir vielleicht heute Nacht hier übernachten? Wir schlafen im Auto und würden auch eine Kleinigkeit bezahlen.“

Der Sohn übermittelt unsere Frage an seine Eltern und kommt mit einer Absage zurück: „Mann und Frau alleine in der Nacht draußen, das sei gesetzlich untersagt. Wir sollten lieber ein Hotel suchen.“ Mist! Langsam haben wir echt genug von Aceh! Wir haben keine Lust mehr, von allen so behandelt zu werden, als würden wir uns sofort bespringen, sobald die Lichter ausgehen. Was stellen sie sich eigentlich vor? Aus Mangel an Hotels entlang der weiteren Strecke fahren wir an jenem Abend noch eine ganze Tagesetappe, die erst für den nächsten Tag geplant war. Um 12 Uhr in der Nacht fallen wir erschöpft in das schmutzige Bett eines Hotelzimmers und schlafen fast bis mittags durch. „Dann schaffen wir es ja in nur zwei Tagen zum Toba See – auch gut!“

Als wir die Küste verlassen, ändern sich die Straßenverhältnisse schlagartig, Schlaglochartig um genau zu sein. Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit übersteigt kaum 20 km/h – Das wird wieder ein langer Fahrtag. Auch die Dörfer ändern sich, und das zum Schlechteren. Manche sind total versifft, stinken nach Müllhalden und zeugen von bitterer Armut. Hier haben die Menschen natürlich keine Tsunami-Spenden erhalten. Andererseits erklärt es nicht den fehlenden Umgang mit Müll.

Wieder auf der kühlen Hochebene des Toba-Plateaus, sehen wir die ersten Kirchen, die nach und nach alle Moscheen zu verdrängen scheinen. Ein Zeichen dafür, dass wir Aceh verlassen haben. Hier, im Land des Batak-Volkes, leben überwiegend Christen. Und dann sehen wir ihn: Toba, den größten Vulkansee der Erde. Über weite Serpentinen fahren wir in den Krater hinunter und beobachten, wie das große Wasser allmählich in der Dämmerung verschwindet.

Toba See und das Volk der Batak

Vor mehr als 70.000 Jahren ereignete sich eine der größten Naturkatastrophen der Erde: Der Ausbruch des Supervulkans Toba. Dabei spuckte Toba schätzungsweise 2800 km³ vulkanischen Materials bis zu 80 km hoch in die Atmosphäre und versetzte die Erde für einige Jahre in einen vulkanischen Winter. Abgesehen von dem gesamten Indischen Ozean, weisen selbst Teile Indiens vulkanische Asche des Supervulkans auf. Nachdem der Vulkankegel einbrach, bildete sich in der Caldera der Toba See und bedeckt nun mit der darin liegenden Insel Samosir eine Gesamtfläche von mehr als 1700 km². Einige Geologen warnen davor, dass der Vulkan in naher Zukunft wieder zum Leben erwachen könnte. Hoffen wir, dass es nicht allzu bald passiert.

Am östlichen Ufer der Insel Samosir, nahe dem touristisch beliebten Dorf Tuk-Tuk, quartieren wir uns in eine schöne Bungalow-Anlage mit Seeblick ein. Hier gibt es ein Wiedersehen mit unseren Freunden Laura, Chris und Michael und auch ein Kennenlernen mit Thomas, mit dem wir bereits über E-Mail in Kontakt waren. Auch er ist mit einem Auto unterwegs, welches er allerdings in Malaysia gelassen hat, um Sumatra als Rucksack-Reisender zu entdecken. Zusammen verbringen wir entspannte Tage mit Angeln, Nichtstun oder ab und an mal mit dem Tau in den See zu schwingen.  

Das Angeln verläuft übrigens erfolglos, obwohl Thomas und Jonas viel Zeit am Wasser verbringen. Eigenartiger Weise sehen wir auch bei den einheimischen Fischern nie einen Fisch im Netz. Tagein, Tagaus paddeln sie mit ihren kleinen Bötchen auf dem See und schlagen mit einer Art Pömpel auf das Wasser ein, um die Fische in ihre Netze zu treiben. Da es aber im Restaurant den berühmten Toba-Fisch und Toba-Flusskrebs zum Bestellen gibt, werden sie schon manchmal etwas fangen. Bei dem Volk der Batak, das auf Samosir seinen Ursprung haben soll, ist heute Fischerei die größte Einnahmequelle, neben der Landwirtschaft und dem Tourismus.

Die Batak sollen einst ein kriegerisches Volk gewesen sein, Kopfjäger und Kannibalen. Die indigene Bevölkerung wurde Ende 1800 weitgehend christianisiert, seit 1915 wird kein Menschenfleisch mehr gegessen. Eigenartige Essensgewohnheiten haben sie sich dennoch beibehalten: Batak essen neben Affen, Schlangen und Wildschweinen auch Hunde. Sieht man einen Deutschen Schäferhund auf dem Restaurant-Schild, ist nicht ein hundefreundlicher Service gemeint. Die dick gefütterten Welpen in der Nachbarschaft sind nach den Feiertagen meistens verschwunden – sie werden, wie bei uns Hühner oder Schweine, verspeist.

Auch schwarze Katzen müssen sich in Acht nehmen. Anscheinend wurde der ursprüngliche Ahnenkult in das Christentum integriert, okkulte Praktiken werden teilweise bis heute noch praktiziert. So erzählt uns der Besitzer eines Restaurants in der Nachbarschaft, wie er als Kind schwer an Malaria erkrankte und durch eine Schwarze-Katzen-Suppe, zubereitet von einer Schamanin, geheilt worden sei.

Mit dem Roller durch Samosir          

Um der Langeweile zu entfliehen, beschließen wir einen Gruppenausflug zu unternehmen. Wir mieten uns einen Roller und machen uns auf, gemeinsam mit Michael und Thomas, das Inselinnere von Samosir zu entdecken. Die bergige Insel ist durchzogen von Pisten und Wegen. Unsere Tour wird zu einem richtigen Offroad-Abenteuer. Wir genießen diesen Ausflug in vollen Zügen, auch wenn am Abend unsere Hintern schmerzen. Die Landschaft ist ursprünglich und wunderschön. Wir sehen viele traditionelle Batak-Häuser, mit ihren geschwungenen Giebeln und antiken Verzierungen. Und stellenweise dürfen wir auch einen Ausblick auf den einzigartigen Vulkansee erhaschen.

Dann wird es auch schon Zeit für uns, diesen schönen Ort zu verlassen. Laura und Chris sind bereits aufgebrochen. Am nächsten Tag sind wir dran. Und weil es mit unserer Roller-Tour so schön gelappt hat, beschließen wir gleich die bewährte Konstellation für die kommende Woche bei zu behalten. Thomas fährt bei uns auf dem Mittelsitz mit und unser Landy wird zum Service-Fahrzeug von Michael und seinem Motorrad, der sich nun ein bisschen wie Ewan McGregor in Long Way Round fühlen darf.

Die Überquerung des Äquators

Durch Pinienwälder fahren wir immer weiter, bis sich die Natur zurück zur gewohnten tropischen Vegetation wandelt. Die Landschaft ist wirklich reizvoll: Wir queren Flüsse, Dschungelwälder, verschlafene Dörfer und können uns an dem saftigen Grün der vielen Reisterrassen nicht satt sehen. Thomas ist ein unterhaltsamer Mitfahrer und wir freuen uns über die Abwechslung des gemeinsamen Reisens.

Durch den zunehmenden Verkehr kommen wir nicht so gut voran, wie wir uns das vorgestellt hatten. Nun müssen wir eine unauffällige Stelle zum Campen finden. Ein Zelt für Thomas haben wir dabei. Nachdem wir zunächst fast aufgeben müssen – entweder ist alles besiedelt oder landwirtschaftlich genutzt – sehen wir im letzten Dämmerlicht eine flache Wiese neben einer kleinen Fressbude am Straßenrand. Bis auf das junge Paar, die Betreiber des Restaurants, ist im Umkreis von mehreren Kilometern keine Menschenseele zu sehen. Wir fragen nach und werden freundlich willkommen geheißen. Unser erstes Camp in Sumatra – kein Paradies, aber für eine Nacht wird es schon gehen.

Die Nacht wird unerwartet ruhig und angenehm und früh am Morgen können wir die Fahrt fortsetzen. Und dann, nach einer kurzen Distanz, passiert eine für uns ziemlich aufregende Sache: Wir queren zum ersten Mal den Äquator. Es ist nicht so, dass sich offensichtlich dadurch etwas verändert. Das Kreuz des Südens sehen wir schon seit Thailand am Himmel. Die Umkehrung des Wasserstrudels im Abfluss ist ein Mythos. Durch das Äquatorialklima merken wir nicht, dass hier statt Frühling plötzlich Herbst ist. Und doch ist diese geografische Linie etwas Besonderes. Wir sind wirklich hierher GEFAHREN!

Da wir den Äquator auf dem Landweg überqueren, müssen wir keine sogenannte Äquatortaufe über uns ergehen lassen. Stattdessen machen wir, zeitgemäß, viele Äquator-Fotos und stoßen natürlich abends mit einigen Bier auf dieses Ereignis an.

Abseits der Straßen

Unser nächstes Ziel ist das Harau Valley. Statt über Bukittingi zu fahren, finden wir auf Google Maps eine Abkürzung durch das Dorf Suliki. Da diese Straße auf keiner anderen Karte verzeichnet ist, vermuten wir ein erneutes Offroad-Abenteuer. Unsere Vermutung bewahrheitet sich. Es ist eine wunderschöne Gegend mit einer traumhaften Landschaft. In den Dörfchen werden Zimt, Nelken und Muskatnüsse am Straßenrand getrocknet. Hier lernen wir Sumatra von der wilden und authentischen Seite kennen. Wir freuen uns, dass wir an Orte abseits der abgetretenen Touristen-Pfade kommen. Immerhin ist das doch der Grund, warum wir diese Art zu Reisen so lieben, auch wenn man dafür manchmal in unbequeme Situationen gerät.

Als wir in einem Dorf ankommen, das wieder zurück in die Zivilisation führt, stehen wir direkt vor einer Straßensperre: Ein Kleinlaster ist in den Graben gestürzt. Da hier scheinbar sonst nicht so viel passiert, ist der Weg von einer ungeheuren Zuschauermenge blockiert, die kräftig anfeuern und alle mit anpacken. Das ganze Dorf versucht den LKW mit purer Manneskraft aus diesem Schlammassel zu ziehen. „Das wird wohl noch dauern!“ – denken wir uns, als sich plötzlich etwas tut. Respekt, sie haben es tatsächlich geschafft! Wir überlegen uns, wie so eine Situation wohl in Deutschland ablaufen würde.

Durch diese Verzögerung müssen wir in der Dunkelheit weiter fahren, was keinem von uns so richtig gefällt. Zu allem Überfluss fängt es an, wie aus Eimern zu gießen. Für uns weniger störend, anders für Michael auf dem Motorrad, für den das Fahren bei diesen Bedingungen wahrlich kein Spaß ist. Durchnässt und völlig ausgelaugt kommen wir an unserem Ziel an. Unsere Zeltkollegen brauchen ein trockenes Plätzchen, welches wir erst nach einer gefühlten Ewigkeit finden: Ein einsames Häuschen in der Natur, einfacher eingerichtet als unser Auto. Nicht der Idealzustand, jedoch müssen sich alle nach den langen Fahrtagen dringend erholen. Mehr können wir für heute nicht tun.

Das vergessene Harau Valley

Als wir am nächsten Tag wieder zu uns kommen, sieht die Welt um uns herum schon ganz anders aus. In der Dunkelheit haben wir natürlich nicht gemerkt, in was für eine einzigartige Gegend wir gefahren sind. Bis zu 200 m hohe Steilklippen, die in verschiedenen Rot-Tönen in der Sonne schimmern, umgeben ein weites Tal aus grünen Reisfeldern. Einfach herrlich! Im Loneley Planet ist Harau Valley nur stiefmütterlich behandelt. Überwiegend einheimische Touristen kommen hierher, um einige der imposanten Wasserfälle zu bestaunen.

Jonas begreift schnell, dass es sich hier um ein Kletter-Paradies handelt, wobei es zu prüfen wäre, ob die Routen fachmännisch angebracht sind. Wir fahren diverse Kletterspots an, die es tatsächlich auch gibt. Jedoch stellt sich heraus, dass es eine ziemlich gefährliche Angelegenheit wäre, denn bei allen Routen fehlt ein Umlenker, außerdem sind keine Schwierigkeitsgrade ersichtlich und einen Kletterführer gibt es natürlich nicht. An einer Wand versucht Jonas sein Glück, während Michael ihn sichert. Leider hat er auf Pulau Weh einen Zeh gebrochen, der offensichtlich noch nicht verheilt ist. Auf dem halben Weg nach oben muss Jonas abbrechen und einen Karabiner in der Wand zurück lassen.

Thomas kommt von seiner Erkundungstour zurück und hat gute Nachrichten: Einen perfekten Campingspot hat er gefunden. Zwar gibt es da keine Duschen, jedoch Toiletten und waschen könnten wir uns ja in den Wasserfällen. Wir erkunden den Ort, fragen bei der Grundstück-Besitzerin um Erlaubnis und ziehen am nächsten Tag auf unseren persönlichen Campingplatz um. Die Kulisse ist einfach beeindruckend. Und obwohl es gerade jeden Nachmittag stark regnet, sind wir froh diesen paradiesischen Ort für ein paar Tage bewohnen zu dürfen.

Wir sind positiv überrascht über die freundliche Art der Menschen in dieser Gegend, sie verhalten sich ruhig und höflich. Die „Campingplatz“-Besitzerin bringt uns ein paar Snacks vorbei. Sie versucht zu erklären, soweit es ihr ohne Englischkenntnisse möglich ist, dass sie hier zukünftig ein echtes Camp aufbauen möchte und ist scheinbar froh über die ersten Gäste. Ein junger Mann, den Jonas auf der Suche nach Kletterrouten kennen gelernt hat, kommt uns besuchen. Er bringt seinen Hund mit, der gerade als Ersatzmutter für ein kleines Äffchen einspringt. Eine wahnsinnig schöne Begegnung.

Die Regenwanderung

Zum Abschluss wollen wir noch eine Wanderung unternehmen. Der Hundebesitzer, der sein ganzes Leben lang hier verbracht hat, erzählt uns von einem Wanderweg auf dem Felsplateau, der direkt entlang der Wasserfälle zurück ins Tal führen soll. Wir finden den richtigen Pfad und beginnen mit dem Aufstieg, als es plötzlich zu regnen anfängt. Nun, wir sind ja nicht aus Zucker! Es geht entschlossen weiter, jedoch mit der Hoffnung auf besseres Wetter. „Es ist bestimmt ein kurzer Regenschauer.“ – versuchen wir uns einzureden.

Nach zehn Minuten sind wir bis auf die Unterhosen durchnässt; der Bach, an welchen wir entlang laufen, füllt sich rasant mit Wasser; der Weg ist steil und rutschig. Mehrere Male diskutieren wir über eine mögliche Umkehr, doch gemeinsam entscheiden wir uns jedes Mal dagegen. Die Stimmung ist erstaunlich optimistisch. Es ist schon so, dass in solchen Situationen die Gruppendynamik stark aufs Gemüt schlägt. Wir hätten ängstlich sein können, vernünftig, panisch oder einfach nur unzufrieden und schlecht gelaunt. Aber wir haben uns entschieden, einen Spaß draus zu machen, ein Abenteuer darin zu sehen.

Denn seien wir ehrlich, wir sind genau dort, wovon viele in Asien träumen: Auf einer Wanderung durch den Regenwald, ohne Guide, nur auf uns allein gestellt. Das ist eine seltene Gelegenheit. Und schließlich, als wir tatsächlich oben ankommen, ziehen auch die dunklen Wolken vorbei. Zwar verlaufen wir uns bei der ersten Abzweigung, müssen dem Tipp folgen, sich im Zweifel immer rechts zu halten und kommen so heil wieder unten an. Was uns aber in Erinnerung bleibt, ist die gemeinsame Abenteurerlust. Danke, Jungs, für diese geile Regenwanderung!

Wir lassen das Harau Valley hinter uns und fahren gemeinsam nach Bukittinggi. Hier müssen wir uns von Thomas verabschieden, der sich weiter alleine auf den Weg in Sumatras Norden macht. Wir bleiben, um unsere Visa zu verlängern. Kaum zu glauben, dass erneut ein Monat vorbei ist.